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	<title>Feine Erotik &#187; Isis</title>
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	<description>Eros, Lust und Liebe</description>
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		<title>Frau-Sein &#8211; Eileithyia, Isis, Geburtswehen</title>
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		<pubDate>Sun, 02 Feb 2014 00:51:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gucknet</dc:creator>
				<category><![CDATA[OVID]]></category>
		<category><![CDATA[Abtreibung]]></category>
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		<description><![CDATA[Liebe Freundinnen, ist es nicht so, dass wir Frauen uns durch unsere Fähigkeit, zu gebären, definieren? Ich meine, wenn es auch Frauen gibt, bei denen sich der Kinderwunsch nicht erfüllt, oder nur schwach entwickelt &#8211; wenn das Wort  &#8220;Bestimmung&#8221; auch <a class="more-link" href="http://gucknet.de/ovid/frau-sein-eileithyia-isis-geburtswehen">weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Freundinnen,</p>
<p>ist es nicht so, dass wir Frauen uns durch unsere Fähigkeit, zu gebären, definieren? Ich meine, wenn es auch Frauen gibt, bei denen sich der Kinderwunsch nicht erfüllt, oder nur schwach entwickelt &#8211; wenn das Wort  &#8220;<em>Bestimmung</em>&#8221; auch nicht so ganz passt &#8211; sind wir nicht erst als <em>Mutter</em> eine vollständige Frau?</p>
<p><span id="more-795"></span>So eine Frage ist natürlich typisch menschlich, in der gesamten Natur vermehren Männleins und Weibleins sich, ohne darüber nachzudenken, ohne Bedenken, ohne Geburtshelferinnen; aber bei uns Menschen müssen auch die Männchen den Wunsch entwickeln, zu gebären, jedenfalls hat der griechische Obergott Zeus das fertiggebracht, natürlich als Kopfgeburt, letztlich aus einem Neid heraus, wie selbst die Wissenschaft meint: Gebärneid heißt der Begriff, wenn ich auch nicht der Meinung bin, wir wären zu beneiden.</p>
<p><a href="http://gucknet.de/wp-content/uploads/2014/01/Amphora_birth_Athena_Louvre_F32.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-796" title="Amphora_birth_Athena_Louvre_F32" src="http://gucknet.de/wp-content/uploads/2014/01/Amphora_birth_Athena_Louvre_F32.jpg" alt="" width="600" height="620" /></a></p>
<p>&#8220;Lenis ades precibusque meis fave, Illithyia&#8221; oder auch &#8220;gütig sei zur Stelle und sei meinen Bitten günstig, Eileithyia!&#8221; &#8211; das ist wieder so eine OVID-Zeile, die mich ins Grübeln gebracht hat, denn: <strong>&#8220;Wer ist Eileithyia?&#8221;</strong></p>
<p>Auf unserem Bild ist sie am rechten Rand. Zeus links, und aus seinem Kopf kommt gerade Athene, deren Namen wir heute noch in &#8220;Athen&#8221; wiederfinden. Ist es nicht bezeichnend, dass für Weisheit, Strategie,  Kampf, Kunst, Handwerk und Handarbeit eine weibliche Göttin zuständig ist? Eileithyia ist hier, wie gesagt, Geburtshelferin, und die Worte &#8220;Lenis ades precibusque meis fave, Illithyia&#8221; verwendet OVID, um Isis anzurufen.</p>
<p>Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Dichter hier die Mythen versehentlich vermischt hat, eher können wir davon ausgehen, dass Isis und Eileithyia die gleiche Funktion, aber unterschiedliche Namen haben.<br />
Das erklärt sich dadurch, dass es Archetypen gibt, hier die Urfigur für Weiblichkeit, quasi eine einheitliche Statue, die in den verschiedenen Regionen (Religionen)  der Welt nur unterschiedlich angemalt sind. Bei C.G. Jung heißt das dann &#8220;Urmutter&#8221;, und bei <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Archetypus">Wikipedia </a>wird von &#8220;&#8230; psychische(n) Strukturdominanten, die als unbewusste Wirkfaktoren das Bewusstsein beeinflussen und dieses z. B. präfigurieren und strukturieren &#8230;&#8221; gesprochen.</p>
<p>Ich denke mal, dass des Teufels Großmutter nur in unserem Hirn vorkommt, weil wir mal ein Märchen gehört haben, in dem sie vorkommt und wir die Begriffe für links, rechts, oben und unten, Tag und Nacht, Mann und Frau haben, weil wir zwei Hände haben, Kopf und Füße und so weiter.</p>
<p>Auch die Geburtshelferin ist ein Archetyp, wie die Amme, die Gouvernante, die Amazone, die Königin, die Göttin &#8211; und in dieser weiblichen Reihe ist Isis in der Hierarchie an höchster Stelle. Abgesehen von der Amme gibt es diese Reihe auch mit männlichen Vorzeichen, also Arzt, Dom, Krieger, König und Gott &#8211; wobei unsere Männer höchstens zum Halbgott taugen,  oder das jedenfalls öfters gerne würden.<br />
Das Kind ist von der Empfängnis an von Frauen abhängig, dadurch ist die Bindung an die weiblichen Bezugspersonen größer; darin liegt die Wurzel der weiblichen Überlegenheit.</p>
<p>Als Sport- und Laufcoach genieße ich insgeheim diese Überlegenheit, meinem Macker gegenüber gebe ich mich partnerschaftlich &#8211; ich kenne ihn ja besser als er sich und gebe ihm auch mal, was er braucht, wenn ich mich ganz passiv gebe und ihm gestatte, zu zeigen, was für tolle Knoten er beherrscht. Wenn er es nicht verträgt, seine tatsächliche Abhängigkeit zu erleben, muss Frau ihm halt den Rücken stärken:</p>
<p>&#8220;<a title="http://kristinamirasol.net/2012/11/27/the-mistress-manual-the-good-girls-guide-to-female-dominance/" href="http://kristinamirasol.net/2012/11/27/the-mistress-manual-the-good-girls-guide-to-female-dominance/" target="_blank">The goal</a> is to identify which archetypes reflect both you and your significant other’s needs, and come to a compromise so that both parties are satisfied and fulfilled.&#8221;</p>
<p><a href="http://gucknet.de/wp-content/uploads/2014/01/mamas-and-papas.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-800" title="mamas-and-papas" src="http://gucknet.de/wp-content/uploads/2014/01/mamas-and-papas.jpg" alt="" width="600" height="450" /></a></p>
<p>Die Idylle von &#8220;Mama, Papa, (Kind)&#8221; ist vielleicht ein etwas modernerer <em>Archetypus für Familie</em> &#8211; das mal am Rande und probehalber. Waren die Frauen hier nur im Hintergrund aufgestellt, so war Janis Joplin eher der göttliche Typus. Leider hatte der Gott des Rausches sie in seinen Bann gezogen. Ihr findet vielleicht andere Figuren aus unserer Zeit urtümlich-archetypisch.</p>
<p>Kommen wir zu ernsteren Dingen, der Fortsetzung des Gebets an Iris:</p>
<blockquote><p>hierher wende deine Blicke und mit einer schone zwei;<br />
denn der Herrin wirst Du das Leben geben, sie mir.<br />
Oft hat sie an bestimmten Tagen dir dienend in deinem Tempel gesessen,<br />
wo die Schar der Galli deinen Lorbeer blutig färbt.<br />
Du erbarmst dich der Mädchen, die von Geburtswehen gequält sind,<br />
deren schwerfälligen Leib die verborgene Last spannt;<br />
gütig sei zur Stelle und sei meinen Bitten günstig, Eileithyia!</p></blockquote>
<p><a href="http://gucknet.de/wp-content/uploads/2014/01/Winged_goddess_Louvre_F32.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-810" title="Winged_goddess_Louvre_F32" src="http://gucknet.de/wp-content/uploads/2014/01/Winged_goddess_Louvre_F32.jpg" alt="" width="280" height="269" /></a>Unter dem Sessel des gebärenden Zeus wirkt eine, wie Isis,  <a title="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/5/53/Winged_goddess_Louvre_F32.jpg/624px-Winged_goddess_Louvre_F32.jpg" href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/5/53/Winged_goddess_Louvre_F32.jpg/624px-Winged_goddess_Louvre_F32.jpg" target="_blank">geflügelte Göttin</a>, man weiß nicht, welche Göttin; ich würde sagen, es handelt sich um ein Engelchen. Bei der Geburt herrscht ein kompliziertes Zusammenspiel mehrer Helferinnen, Kräfte, seelischer Energie, Instanzen &#8211; aber gerade dazu ist es bei Corinna nicht gekommen, deshalb diese Anrufung der Isis, die wir untersuchen, um mehr über den Isis-Kult zu erfahren.</p>
<p>Der Sinn des Gebets erschießt sich übrigens erst, wenn wir uns vorstellen, dass der Dichter es so vorträgt, dass Corinna genau hört, was er sagt. Sein Vortrag gilt primär der Geliebten, ihr will er vermitteln, dass er sich bei der Göttin für sie einsetzt, und wie er zu ihr steht. Damit mag das Gesagte auch eine therapeutische Wirkung bekommen, wenn er ihr seine Liebe versichert: Die Göttin um Zuwendung bittend, der Geliebten versichernd, dass sein Leben von ihr abhängt, dass sie seine Herrin ist, verbreitet er Zuversicht und erinnert an Corinnas Glauben an die Göttin der Weiblichkeit, baut eine Stimmung des Vertrauens auf.</p>
<p>Er erinnert die Göttin daran, dass Corinna doch regelmäßig an Göttinnen-Diensten teilgenommen oder mitgewirkt hat, in denen es durchaus auch blutig zugegangen ist.</p>
<p>Die Galli, Priester der <strong>Kybele</strong>, wieder so eine Göttin der Weiblichkeit im alten Rom, waren Kastraten oder Eunuchen, die sich im kolletktiven Rausch selbst entmannt hatten &#8211; wir können uns denken, dass der Dichter der Liebe diesen Kult verabscheut hat.<br />
Dieser Kult ist vielleicht wie der Rückschlag eines Pendels von der &#8220;Phallokratie&#8221; herüber zu einer extremen Form der Kontrolle des Phallus zu verstehen; den Phallozentrismus kennen wir ja &#8211; in der einen oder anderen Form &#8211; immer noch, wie auch seine Verleugnung, die männliche Keuschheit in Zölibat und bizarren Lebensformen.<br />
&#8220;Phallischen Narzissmus&#8221; nennt es die Psychologie, wenn die Kerle aus lauter Stolz auf ihre Erektion diese doch vorübergehende Fähigkeit überschätzen und sich schlimmer gebärden als der radschlagende Pfau.<br />
Aber Männer und auch Frauen sind nicht immer glücklich mit ihrem Geschlecht, manchmal kommt es zur Geschlechtsumwandlung, einer &#8220;neuen Identität&#8221;, obwohl ein Rollentausch oder die Veränderung der sozialen Rolle auch ohne Körpermodifikation möglich wäre.<br />
Keine &#8220;Verwandlung&#8221; kann bisher Gebär- oder Zeugungsfähigkeit herstellen, womit die Verwandelten mehr Neutrum als Frau oder Mann sind.</p>
<p>Die Bitte, sich zu erbarmen, die Bitte um Mitleid oder Mitgefühl verdeutlicht noch einmal das <em>Machtgefälle</em> zwischen Bittsteller und Göttin &#8211; das ist im Monotheismus mit seinem allmächtigen Gott noch größer. Als hätte der Mensch keinen Funken Göttlichkeit in sich.</p>
<p>Die Situation ist &#8211; wir wissen ja, dass OVID mit Corinna nicht zusammengelebt hat &#8211; rein fiktiv, aber prototypisch, wenn es auch Liebhaber geben mag, die sich um eine Abtreibung und ihre Folgen keine Gedanken gemacht haben. Solche Gedankenlosigkeit, Leichtsinnigkeit ist aber an kein Geschlecht gebunden, kommt vor.<br />
Ansonsten stelle ich mir vor, dass das Wissen über Empfängnis und -Verhütung zumindest im Tempel der Isis &#8211; wie auch hier im Gedicht, das auch den Zweck haben mag, die unseligen Zustände im alten Rom azuprangern und zu verändern &#8211; thematisiert worden ist.</p>
<p>Ihr könnt diese Geschichte selbst interpretieren, wie Ihr wollt. Ich schließe mich für heute dem Gedanken von  <a title="http://gucknet.de/sample-page/das-erotische-buch-bei-gucknet/quellen" href="http://gucknet.de/sample-page/das-erotische-buch-bei-gucknet/quellen" target="_blank">Gildenhard und Cissos </a>an:</p>
<blockquote><p>an episode can be laced with programmatic, intertextual, or generic gestures and still offer a meditation on human experience</p></blockquote>
<p>Unsere Ideen, was und wie wir denken, steht eben immer im Zusammenhang mit dem, was wir an Ideen aufnehmen.</p>
<p>´</p>
<p>— Hinweis: —</p>
<p><a href="http://gucknet.de/sample-page/das-erotische-buch-bei-gucknet/ovids-liebeskunst-fuer-frauen-interpretation-von-leilah"><img title="liebeskunst-fuer-frauen" src="http://gucknet.de/wp-content/uploads/2012/03/liebeskunst-fuer-frauen.jpg" alt="" width="600" height="200" /></a></p>
<p><a href="http://gucknet.de/sample-page/das-erotische-buch-bei-gucknet/ovids-liebeskunst-fuer-frauen-interpretation-von-leilah">Zur Übersicht: Die Liebeskunst für Frauen nach OVID in der Interpretation von Leilah</a></p>
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		<title>Weibliche Rituale &#8211; Zeremonien der Isis</title>
		<link>http://gucknet.de/ovid/weibliche-rituale-zeremonien-der-isis-2</link>
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		<pubDate>Sun, 19 Jan 2014 11:57:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Leilah</dc:creator>
				<category><![CDATA[OVID]]></category>
		<category><![CDATA[Erotik]]></category>
		<category><![CDATA[Isis]]></category>
		<category><![CDATA[Kleopatra]]></category>
		<category><![CDATA[Ritual]]></category>
		<category><![CDATA[Sistrum]]></category>
		<category><![CDATA[Statue]]></category>

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		<description><![CDATA[Sicherlich hat Kleopatra einen großen Beitrag beim &#8220;Import&#8221; der Isis nach Rom, und damit in unseren Kulturkreis, geleistet. Ihr könnt Euch das grob skizziert in einem Film zeigen lassen, deshalb will ich jetzt nicht mehr viel  dazu schreiben. In Rom, <a class="more-link" href="http://gucknet.de/ovid/weibliche-rituale-zeremonien-der-isis-2">weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://gucknet.de/wp-content/uploads/2014/01/kleopatra2.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-755" title="kleopatra2" src="http://gucknet.de/wp-content/uploads/2014/01/kleopatra2.jpg" alt="" width="476" height="352" /></a>Sicherlich hat Kleopatra einen großen Beitrag beim &#8220;Import&#8221; der Isis nach Rom, und damit in unseren Kulturkreis, geleistet.</p>
<p>Ihr könnt Euch das grob skizziert in einem <a href="http://www.youtube.com/watch?v=v2AW1wyEyhA" target="_blank">Film </a>zeigen lassen, deshalb will ich jetzt nicht mehr viel  dazu schreiben.</p>
<p><span id="more-748"></span></p>
<p>In Rom, im Vatikan steht auch diese Statue der Isis; nicht immer können bei der Isis-Darstellung die Details derart herausgearbeitet worden sein. Was Isis in der rechten Hand hält, ist ein Sistrum, ein Musikinstrument, das in unserem Zusammenhang rituellen Zwecken gedient haben muss.</p>
<p><a href="http://gucknet.de/wp-content/uploads/2014/01/Isis_Musei_Capitolini_MC744.jpg"><img title="Isis_Musei_Capitolini_MC744" src="http://gucknet.de/wp-content/uploads/2014/01/Isis_Musei_Capitolini_MC744.jpg" alt="" width="636" height="1366" /></a></p>
<p>»Zeremonialstandarten«oder &#8220;Isisklappern&#8221; gibt es schon seit der Bronzezeit. Was &#8220;die mögliche Handhabe dieser Kultobjekte&#8221; betrifft: Da diskutieren die <a href="http://web.rgzm.de/publikationen/verlagsprogramm/zeitschriften/archaeologisches-korrespondenzblatt/pm/article/anatolische-isisklappern-eine-randnotiz-zu-einigen-bronzezeitlichen-sistren-aus-alaca-hoeyue.html" target="_blank">Historiker </a>noch. Einer der Zwecke der Sistra könnte dem der Ritualglocken ähneln, deren Klang das Bewußtsein in eine für Meditationen und magische Handlungen empfängliche Stimmung versetzt.</p>
<p><a href="http://gucknet.de/wp-content/uploads/2014/01/anubis.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-772" title="anubis" src="http://gucknet.de/wp-content/uploads/2014/01/anubis.jpg" alt="" width="169" height="221" /></a>Diese &#8220;Klappern&#8221; müssen bedeutsam sein, wenn OVID sie in der gleichen Zeile mit dem Gott Anubis, der die Toten ins Totenreich <a href="http://www.ancient-egypt.org/index.html">begleitet</a>, erwähnt. Die Kulte der mythischen Figuren überschneiden und durchmischen sich; als Osiris von seinem Bruder Seth ermordet und zerstückelt worden war, belebte seine Gemahlin und Schwester Isis ihn mit Hilfe des Anubis wieder.<br />
Ob die Schlange, die um den Altar kriecht, eine rituelle Bedeutung hatte, lassen wir offen  (Kleopatra starb durch den Biss einer Kobra).</p>
<blockquote><p>From at least the New Kingdom, Isis was frequently associated with the goddess <a title="glossary" href="http://www.globalegyptianmuseum.org/glossary.aspx?id=170" target="glossary">Hathor</a> (whose name means &#8216;House of Horus&#8217;, perhaps an indication that she was the original mother of Horus) from whom she acquired her headdress, cow&#8217;s horns and sun disk. As a cow goddess she could also be worshipped as the mother of the <a title="glossary" href="http://www.globalegyptianmuseum.org/glossary.aspx?id=70" target="glossary">Apis</a> bull. (<a href="http://www.globalegyptianmuseum.org/glossary.aspx?id=201" target="_blank">Quelle</a>)</p></blockquote>
<p>Diese religiös-mythologischen Verknüpfungen rechtfertigen doch die Verehrung der Göttin!  Oder ihre Anbetung. In der richtigen Weise gestellt, müssen sich doch die Bitten an die Göttin erfüllen&#8230;</p>
<p>Heiligtümer und Tempel der Isis waren die angemessenen Orte für solche Gebete, mit denen wir uns noch eingehender auseinandersetzen wollen. Männer waren an diesen Orten nur unter bestimmten Bedingungen zugelassen; anzunehmen ist, dass bei denen eine vorherige Prüfung, Initiation erforderlich war, wobei eine Priesterin, ausgestattet mit den Insignien der Isis, die Göttin stellvertretend vertrat. Denkbar ist aber auch &#8211; und Funde von Statuetten deuten darauf hin &#8211; dass es die Isis-Verehrung auch im nichtöffentlichen, privaten Rahmen gab.</p>
<p>Warum auch nicht? Der Isis-Kult braucht keinen organisierten Staatsapparat wie die katholische Kirche, lässt sich informell praktizieren, wenn der eigentliche Kult in der Verehrung des weiblichen Prinzips besteht, darf auch eine selbstbewusste, selbsternannte Stellvertreterin der Göttin deren Insignien nutzen, die ihr entgegengebrachte Huldigung genießen und ihren persönlichen Ritus inszenieren: Ich denke dabei an ein dialogisches Ritual, oder einen rituellen Dialog, der vom Klang des Sistrum strukturiert wird.</p>
<p>Aber schauen wir zunächst, wie es bei Corinna und OVID weitergeht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>— Hinweis: —</p>
<p><a href="http://gucknet.de/sample-page/das-erotische-buch-bei-gucknet/ovids-liebeskunst-fuer-frauen-interpretation-von-leilah"><img title="liebeskunst-fuer-frauen" src="http://gucknet.de/wp-content/uploads/2012/03/liebeskunst-fuer-frauen.jpg" alt="" width="600" height="200" /></a></p>
<p><a href="http://gucknet.de/sample-page/das-erotische-buch-bei-gucknet/ovids-liebeskunst-fuer-frauen-interpretation-von-leilah">Zur Übersicht: Die Liebeskunst für Frauen nach OVID in der Interpretation von Leilah</a></p>
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		<title>Corinna, der Autor und Isis</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Jan 2014 21:39:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gucknet</dc:creator>
				<category><![CDATA[OVID]]></category>
		<category><![CDATA[Corinna]]></category>
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		<category><![CDATA[Isis]]></category>
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		<description><![CDATA[Liebe Freundinnen, ich bin keine Dozentin, ich recherchiere. Zum Beispiel über &#8220;das Matriarchat&#8221; &#8211; wenn es das denn gegeben hat. Wir stellen uns den Olymp immer als von Gottvater Zeus beherrscht vor, und Hera mehr als eine Randfigur &#8211; das <a class="more-link" href="http://gucknet.de/ovid/corinna-der-autor-und-isis">weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Freundinnen,</p>
<p>ich bin keine Dozentin, ich recherchiere. Zum Beispiel über &#8220;das Matriarchat&#8221; &#8211; wenn es das denn gegeben hat. Wir stellen uns den Olymp immer als von Gottvater Zeus beherrscht vor, und Hera mehr als eine Randfigur &#8211; das ist aber so eine Sicht, die uns eingepflanzt worden ist, weil unser Herrgott, nomen est omen, offenbar männlich ist. <span id="more-725"></span>Vor diesem Monotheismus &#8211; &#8220;Du sollst keine anderen Götter haben neben mir&#8221; &#8211; hat es für jedes Problem,  jede Lebenssituation, eine spezielle Gottheit gegeben, eine praktische Arbeitsteilung.<br />
<strong>Die Macht des Weiblichen</strong> wurde von Isis repräsentiert, und auch unser OVID, dessen &#8220;Liebeskunst für Frauen&#8221; ich noch zu bearbeiten habe, hat ihr gehuldigt, und  diese Huldigung ist überliefert, im 2. Buch der Liebeselegien, 13. Elegie.</p>
<p>Ich denke, Frau darf, auch wenn sie mit dem einen Text befasst ist, aus einem anderen schöpfen: Würde OVID heute schreiben, wären seine Texte mit Hyperlinks gespickt; damals musste man sich die denken, die Stellen und Zusammenhänge kennen, auf die er anspielte. Ich bin ja Novizin auf dem Gebiet, kann aber, was damals niemand konnte: Googeln. So, und nicht wegen meiner profunden Literaturkenntnisse, habe ich diese Stelle gefunden.</p>
<p>Corinna, die Freundin des in der Ich-Form berichtenden Dichters, hat</p>
<blockquote><p>&#8220;unbedacht an der Last ihres trächtigen Leisbes gerüttelt &#8230;, und ob sie leben wird, ist zweifelhaft. Sie hat ohne mein Wissen ein so gefährliches Wagnis unternommen, meinen Zorn verdient sie, aber Zorn schwindet vor der Furcht.&#8221;</p></blockquote>
<p>Corinna hat also abgetrieben, oder es versucht, und schwebt in Lebensgefahr. Der typische Mann fragt sich sogleich, ob das Kind denn auch von ihm gezeugt worden ist, will es glauben, und hat wegen dem ungewollten, &#8220;unabgesprochenen&#8221; Kind auch so seine Schuldgefühle: &#8220;Und dabei empfing sie von mir, oder ich glaube es wenigstens; oft nehme ich als Tatsache, was sein kann.&#8221;</p>
<p>Auch diese Situation ist eine Facette des Liebeslebens, wenn auch nicht erotisch im Wortsinne. Aber wir sehen hier sehr schön, wie der Mann denkt, und vor allem, wie und wen er um Hilfe bittet (denn hilflos ist er in dieser Situation, und sein Wunsch, der Freundin zu helfen, mag authentisch sein):</p>
<blockquote><p>&#8220;Isis, Herrin über Paraitonion und die üppigen Flure Kanopos,<br />
über Memphis und Pharos, das an Palmen reich ist,<br />
und über die Gefilde, die der schnelle Nil im breiten Bette durchgleitet,<br />
bis er sich durch sieben Öffnungen in den Fluren des Meeres verliert,<br />
Bei deinen Klappern bitte ich und bei des furchtbaren Anubis Gesicht<br />
(möge der fromme Osiris deinem Kult immer huldreich zugetan sein,<br />
und möge in langsamen Windungen die Schlange um deinen Gabentisch gleiten, und als Begleiter im Zuge der gehlörnte Apis schreiten):&#8221;</p></blockquote>
<p>Das eigentliche Gebet kommt gleich. Bisher ist nur klar, an wen die Rede sich richtet, und dass unser Dichter sich auskennt mit Isis &#8211; im Gegensatz zu mir.</p>
<div id="attachment_734" class="wp-caption alignleft" style="width: 240px"><a href="http://gucknet.de/wp-content/uploads/2014/01/kleopatra.jpg"><img class="size-full wp-image-734" title="kleopatra" src="http://gucknet.de/wp-content/uploads/2014/01/kleopatra.jpg" alt="" width="230" height="305" /></a><p class="wp-caption-text">Kleopatra VII - Foto cc Wikipedia</p></div>
<p>&#8220;Paraitonion&#8221; &#8211; habe ich nie gehört. Aber die Mutter der Iphis &#8211; klingt doch ganz wie Isis &#8211; hat in den &#8220;Metamorphosen&#8221; ebenfalls die Isis als Herrin über Paraitonion angeredet. Und Iphis wurde von Isis im &#8220;zarten&#8221; Alter von 13 Jahren von einem Mädchen in einen jungen Mann verwandelt. Iphis liebte ein Mädchen, und nach der Verwandlung war es keine lesbische Liebe mehr.<br />
So weit ist die Ovid-Forschung noch nicht, dass sie uns erklärte, warum OVID Isis mit Paraitonion verbindet &#8211; diese ägyptische Hafenstadt als von der Isis beherrschter Ort: Was hat OVID sich dabei gedacht?<br />
Eine &#8211; für Ägypten &#8211; traurige Berühmtheit erlangte Paraitonion 30 vor Christus, als die Truppen Octavians die westliche Grenzfestung Ägyptens und den östlichen Grenzposten Pelusion eroberten. Das war der Anfang vom Ende der Herrschaft Kleopatras, auf der die Hoffnungen der Menschen des Orients, die sich von Rom unterdrückt fühlten,  beruhten. OVID aber war, wenn nicht Kosmopolit, dann Römer, und schwerlich ein Fan der Kleopatra.<br />
Kanopos wiederum ist ein altägyptischer Kultort am Nil, berühmt durch den Orakeltempel des Gottes Kanopos, später Serapis, der hier in Gemeinschaft mit Isis, Anubis und Harpokrates verehrt wurde.<br />
Das Kanopos-Dekret sollte noch erwähnt werden: in dem Dokument einer im Jahre 238 v. Chr. abgehaltenen ptolemäischen Priestersynode geht es um die 365 Tage des Jahres und den vier-jährlichen <a href="http://www.aegyptologie.com/forum/cgi-bin/YaBB/YaBB.pl?action=albumprint&amp;idn=20030715124517&amp;seiten=&amp;hoehe=&amp;extra=&amp;steile=no">Schalttag</a>, den aber dann erst die Römer einführten.</p>
<div id="attachment_730" class="wp-caption alignnone" style="width: 650px"><a href="http://gucknet.de/wp-content/uploads/2014/01/640px-Kolosstatue_Ramses_II_Memphis.jpg"><img class="size-full wp-image-730" title="640px-Kolosstatue_Ramses_II_Memphis" src="http://gucknet.de/wp-content/uploads/2014/01/640px-Kolosstatue_Ramses_II_Memphis.jpg" alt="" width="640" height="480" /></a><p class="wp-caption-text">Ramses II, Foto cc From Wikimedia Commons</p></div>
<p>In Memphis muss es einen wichtigen Isis-Tempel gegeben haben, von dem aber kein Foto zu finden ist; eine überdimensionale Statue von Ramses gibt es dort noch heute -  sieht auch ganz gut aus.</p>
<div id="attachment_739" class="wp-caption alignleft" style="width: 230px"><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pharos_von_Alexandria"><img class="size-full wp-image-739" title="220px-Lighthouse_-_Thiersch" src="http://gucknet.de/wp-content/uploads/2014/01/220px-Lighthouse_-_Thiersch.gif" alt="" width="220" height="187" /></a><p class="wp-caption-text">Foto cc Wikipedia</p></div>
<p>&#8220;Pharos, das an Palmen reich ist&#8221; &#8211; sollten wir das kennen? In der Vergangenheit war es bekannt, berühmt, für das höchste Bauwerk der Antike, einen Leuchtturm, aber nicht für seine Palmen.</p>
<p>Wahrscheinlich sind die fehlerhaften, zumindest fraglichen, räumlichen Zuordnungen Absicht &#8211; aber welche Absicht steckt dahinter? &#8220;Du musst nicht alles glauben, was Dir über die Götter erzählt wird &#8211; das Meiste ist erdichtet. Wenn Du aber an Isis glaubst, dann ist sie überall, gerade auch bei Dir&#8221; &#8211; so ungefähr könnte dieser Passus zu deuten sein.</p>
<p>Oder auch:</p>
<blockquote><p>&#8220;Krieg, Mathematik, Technik verändern unsere Gesellschaft rapide &#8211; hier gibt es einen Fortschritt, und eine Evolution in der Religion ist unumgänglich, wenn es sich erst einmal herumspricht, dass der ganze Olymp erfunden ist. Der Gedanke an die Menschenrechte ist erst ein ganz zartes Pflänzchen. Eine Theologie der Erlösung wäre für den Übergang vielleicht ganz praktisch. Und so eine &#8220;Muttergottheit&#8221; brauchen wir allein schon wegen der Frauen, ich seh&#8217; es ja bei Corinna&#8221;.</p></blockquote>
<p>Corinna, und nicht Isis, ist OVIDs Herrin &#8211; ich habe hier etwas vorgegriffen. Und: &#8220;Den römischen Dichtern galt sie als Muster gelehrter und gleichzeitig schlichter Poesie (<a title="Properz" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Properz">Properz</a> II 3, 21). P. Ovidius Naso benannte ihr zu Ehren die zentrale Figur seiner <em>Amores</em> daher <em>Corinna</em>.&#8221;<br />
Das steht in unserem kolletiven Wörtbuch unter dem Stichwort <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Korinna">Korinna</a>. Die &#8220;&#8230; war eine antike griechische Dichterin. Sie gilt manchen Kritikern als bedeutendste nach <a title="Sappho" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sappho">Sappho</a>.&#8221;</p>
<p>Das obige &#8220;oft nehme ich als Tatsache, was sein kann&#8221; bekommt so doch noch eine erweiterte Bedeutung. Aber das ist menschlich. Darauf beruht vielleicht auch die Kraft des Gebets, das wir hier eigentlich lesen wollten, und die Macht der &#8220;Rasseln&#8221;, die im Isiskult verwendet werden. Doch dazu mehr im nächsten Artikel.</p>
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<p>— Hinweis: —</p>
<p><a href="http://gucknet.de/sample-page/das-erotische-buch-bei-gucknet/ovids-liebeskunst-fuer-frauen-interpretation-von-leilah"><img title="liebeskunst-fuer-frauen" src="http://gucknet.de/wp-content/uploads/2012/03/liebeskunst-fuer-frauen.jpg" alt="" width="600" height="200" /></a></p>
<p><a href="http://gucknet.de/sample-page/das-erotische-buch-bei-gucknet/ovids-liebeskunst-fuer-frauen-interpretation-von-leilah">Zur Übersicht: Die Liebeskunst für Frauen nach OVID in der Interpretation von Leilah</a></p>
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<p>Weitere:</p>
<p>http://www.gottwein.de/Lat/ov/ovmet09666.php</p>
<p>http://www.swr.de/-/id=11425344/property=download/nid=660374/1ijocdq/swr2-wissen-20130723.pdf</p>
<p>http://isiopolis.com/2012/07/28/iphis-ianthe-and-isis-the-lgbt-friendly-goddess/</p>
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