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	<title>Feine Erotik &#187; OVID</title>
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	<description>Eros, Lust und Liebe</description>
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		<title>Zwischen Täfelchen und SMS &#8211; Erotische Nachrichten</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Apr 2014 18:45:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Leilah</dc:creator>
				<category><![CDATA[OVID]]></category>
		<category><![CDATA[Erotische Briefe]]></category>
		<category><![CDATA[Täfelchen]]></category>

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		<description><![CDATA[Liebe Freundinnen, im Zug saßen mir neulich zwei Mädels gegenüber, wobei die eine, ein Smartphone in der Hand, der anderen erklärte, warum sie Einen, der sie nicht verehrt, auch unmöglich findet. Sie hat all ihre Argumente schön mit seinen mails <a class="more-link" href="http://gucknet.de/ovid/zwischen-tafelchen-und-sms-erotische-nachrichten">weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Freundinnen,</p>
<p>im Zug saßen mir neulich zwei Mädels gegenüber, wobei die eine, ein Smartphone in der Hand, der anderen erklärte, warum sie Einen, der sie nicht verehrt, auch unmöglich findet.</p>
<p>Sie hat all ihre Argumente schön mit seinen mails untermauern können, wobei ich die Unterhaltung im Einzelnen nicht verstehen konnte, wie das so ist bei Bahnfahrten (auch beim Autofahren, an der Ampel,  sieht Frau ja mehr und mehr FahrerInnen, die schnell noch etwas tippen). <span id="more-892"></span>Für Liebe und Erotik reichen heute also Kurznachrichten, und manchmal sagt ein Bild mehr als tausend Worte, selten bleibt es bei <em>einem</em> Bild. Archaische, genitale Bilder fluten unverschlüsselt durch den Äther.</p>
<p>Vor 2000 Jahren waren Textnachrichten auch schon üblich, nur lief das alles noch analog ab: Die wurden per Kurier versandt, und der Datenträger bestand aus einem flachen Kästchen, dessen Innenseiten mit einer Schicht Bienenwachs bestrichen war; mit einem Griffel wurde das Täfelchen beschrieben, nach dem Lesen wieder verstrichen, und neu beschrieben.</p>
<p>Es galt als überaus sehr wichtig, Diskretion zu wahren, diese Schriftspuren gut zu verwischen, und die oder der überbringende Sklavin oder Sklave  musste vertrauenswürdig sein: Die Sittengesetze der Zeit sahen drakonische Strafen bei ehelichem Seitensprung vor. In der &#8220;<strong><a href="http://gucknet.de/ovid/liebeskunst-ovid">Liebeskunst</a></strong>&#8221; riet OVID, die Inhalte zu verschlüsseln:</p>
<blockquote><p>&#8230;  Damit verschleiert wird, wer der Autor ist, soll Sie bei den Briefen, die sie ihm schreibt, sich als Mann darstellen und ihn als Frau anreden.</p>
<p>Würde nun der Brief abgefangen, wüsste niemand, wer Absender und Empfänger ist. Genauso hätte er seine Briefe zu verschlüsseln: Sie schreibt Ihm, wenn er ihr schreibt.<br />
Das ist gleichzeitig eine Vorübung für einen möglichen Rollentausch, für ein Spiel mit verschiedenen Rollen.<br />
&#8230;<br />
Wo immer wir eine Rezension der Liebeskunst gefunden haben, hat es geheißen, sie beinhalte zwei Bücher für Männer und ein drittes für Frauen. Nur &#8211; Ihr werdet es bestätigen – findet sich hier, im “Buch für die Männer” auch eine Anweisung für Frauen.</p></blockquote>
<p>Nicht nur eine Anweisung, sondern auch praktischer Rat: <a href="http://http://www.berliner-zeitung.de/archiv/die-tusculum-ausgabe-der-liebeskunst-von-ovid-als-taschenbuch-brief-auf-nackter-haut,10810590,9888162.html" target="_blank">Die Berliner Zeitung</a> schrieb anlässlich der Rezension einer OVID-Übersetzung zur Problematik des Informationsaustauschs:</p>
<blockquote><p>Wie soll die Liebende ihre Botschaft unverstümmelt an den Liebsten bringen, wenn mit den sperrigen wachsbezogenen Täfelchen des normalen Postverkehrs Probleme auftreten? Binde deiner Zofe, rät Ovid, den Brief an die Wade, oder noch besser, schreib ihn ihr auf den nackten Rücken. Der Empfänger liest dann, indem er den Leib der Botin studiert &#8230;</p></blockquote>
<p>- und die Zofe kann der Herrin sogleich die Antwort überbringen und berichten, wie der Geliebte auf die Reize ihrer Zofe reagiert. Der frivole Gedanke sollte aber nicht verhindern, dass wir erkennen, wie die Botschaft des Buchs eigentlich zu decodieren ist.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ergänzend:</p>
<p>Eine schöne Einführung ins Werk und Leben des OVID von<a href="https://www.youtube.com/watch?v=FQaykZo_TuU"> David Nystrom</a> (Video &#8211; Vortrag, englisch)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Der Anti-OVID, und ein Irrtum</title>
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		<pubDate>Mon, 03 Mar 2014 21:13:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Leilah</dc:creator>
				<category><![CDATA[OVID]]></category>

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		<description><![CDATA[Liebe Freundinnen, wenn die Liebe &#8211; oder was er dafür hält &#8211; dem Dichter zum Kopfe steigt, und er meint, der ältere Liebesdichtkunstkundige sei ein Lump und Sittenstrolch gewesen, wenn der Dichter sich für weise und den Inhalt seines Herzens <a class="more-link" href="http://gucknet.de/ovid/der-anti-ovid-und-ein-irrtum">weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Freundinnen,</p>
<p>wenn die Liebe &#8211; oder was er dafür hält &#8211; dem Dichter zum Kopfe steigt, und er meint, der ältere Liebesdichtkunstkundige sei ein Lump und Sittenstrolch gewesen, wenn der Dichter sich für weise und den Inhalt seines Herzens für rein hält. dann auch noch die Anti-Dichtung anfängt: Was kommt dabei heraus?</p>
<p><span id="more-847"></span></p>
<h1 id="firstHeading" lang="en">Christoph Martin Wieland &#8211; Der Anti &#8211; OVID</h1>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://gucknet.de/wp-content/uploads/2014/03/wieland21.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-849" title="wieland2" src="http://gucknet.de/wp-content/uploads/2014/03/wieland21.jpg" alt="" width="569" height="377" /></a></p>
<p><img class="alignright" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/6/6b/Christoph_Martin_Wieland_by_Jagemann_1805.jpg/220px-Christoph_Martin_Wieland_by_Jagemann_1805.jpg" alt="" width="220" height="253" />Dieser <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Christoph_Martin_Wieland" target="_blank">Wieland </a>mit den blaugen Augen und der großen Nase meinte also, OVID verbessern zu müssen und schwatzte von Tugend, seiner und seiner liebsten Tugend.</p>
<p>In der Ankündigung zu einem <a href="http://www.kulturfinder-bw.de/index.php?id=kulturveranstaltungen-suchen0&amp;no_cache=1&amp;tx_mzkulturfinder_pi1[detail]=997241&amp;tx_mzkulturfinder_pi1[q]=1" target="_blank">Vortrag </a></p>
<div>
<blockquote><p>Carmen et error? Wielands eigenwillige Rezeption der Liebesdichtung Ovids</p></blockquote>
</div>
<blockquote><p>Vortrag von PD Dr. Ralf Georg Czapla (Heidelberg)&#8221;</p></blockquote>
<p>finden wir dies:</p>
<blockquote><p>Der Vortrag zeigt, wie Christoph Martin Wieland in seinem &#8220;Anti-Ovid&#8221; dem von Ovids Widersachern in Rom institutionalisierten Bild vom Dichter als eines &#8220;Meisters loser Künste&#8221; verfällt und ihm die zeitkritische Dimension seiner Liebesdichtung entgeht. So ist seine Tugendlehre beides zugleich: &#8220;carmen et error&#8221;.</p></blockquote>
<p>Es wird die Liebeskunst (ein Gedicht &#8211; carmen) gewesen sein, die OVID beim römischen Kaiser in Verruf gebracht hat, der hier einen Verstoß gegen die &#8220;guten Sitten&#8221; gewittert hatte: OVIG wurde verbannt und seine Bücher waren verboten &#8211; aus den Bibliotheken verbannt.</p>
<p>Wieland ist hierzulande geehrt &#8211; sein Name gibt so mancher Straße den Namen. Aber er war ja nicht der Einzige, der meinte, die <a href="http://gucknet.de/sample-page/das-erotische-buch-bei-gucknet/ovids-liebeskunst-fuer-frauen-interpretation-von-leilah" target="_blank">Liebeskunst </a>aufhübschen zu müssen&#8230;</p>
<p><a href="http://gucknet.de/wp-content/uploads/2014/03/wielamd.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-850" title="wielamd" src="http://gucknet.de/wp-content/uploads/2014/03/wielamd.jpg" alt="" width="497" height="723" /></a></p>
<p>Nachtrag:</p>
<p>Der lässliche Umgang mit Literatur mag bei einem Wieland noch durchgehen &#8211; bei ihm kommt es nciht aufs Wort, aufs Komma, aufs I-Tüpfelchen an.</p>
<p>Bei OVID schon.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Frau-Sein &#8211; Eileithyia, Isis, Geburtswehen</title>
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		<pubDate>Sun, 02 Feb 2014 00:51:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gucknet</dc:creator>
				<category><![CDATA[OVID]]></category>
		<category><![CDATA[Abtreibung]]></category>
		<category><![CDATA[Corinna]]></category>
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		<category><![CDATA[Geburtenkontrolle]]></category>
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		<category><![CDATA[Liebeskunst]]></category>

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		<description><![CDATA[Liebe Freundinnen, ist es nicht so, dass wir Frauen uns durch unsere Fähigkeit, zu gebären, definieren? Ich meine, wenn es auch Frauen gibt, bei denen sich der Kinderwunsch nicht erfüllt, oder nur schwach entwickelt &#8211; wenn das Wort  &#8220;Bestimmung&#8221; auch <a class="more-link" href="http://gucknet.de/ovid/frau-sein-eileithyia-isis-geburtswehen">weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Freundinnen,</p>
<p>ist es nicht so, dass wir Frauen uns durch unsere Fähigkeit, zu gebären, definieren? Ich meine, wenn es auch Frauen gibt, bei denen sich der Kinderwunsch nicht erfüllt, oder nur schwach entwickelt &#8211; wenn das Wort  &#8220;<em>Bestimmung</em>&#8221; auch nicht so ganz passt &#8211; sind wir nicht erst als <em>Mutter</em> eine vollständige Frau?</p>
<p><span id="more-795"></span>So eine Frage ist natürlich typisch menschlich, in der gesamten Natur vermehren Männleins und Weibleins sich, ohne darüber nachzudenken, ohne Bedenken, ohne Geburtshelferinnen; aber bei uns Menschen müssen auch die Männchen den Wunsch entwickeln, zu gebären, jedenfalls hat der griechische Obergott Zeus das fertiggebracht, natürlich als Kopfgeburt, letztlich aus einem Neid heraus, wie selbst die Wissenschaft meint: Gebärneid heißt der Begriff, wenn ich auch nicht der Meinung bin, wir wären zu beneiden.</p>
<p><a href="http://gucknet.de/wp-content/uploads/2014/01/Amphora_birth_Athena_Louvre_F32.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-796" title="Amphora_birth_Athena_Louvre_F32" src="http://gucknet.de/wp-content/uploads/2014/01/Amphora_birth_Athena_Louvre_F32.jpg" alt="" width="600" height="620" /></a></p>
<p>&#8220;Lenis ades precibusque meis fave, Illithyia&#8221; oder auch &#8220;gütig sei zur Stelle und sei meinen Bitten günstig, Eileithyia!&#8221; &#8211; das ist wieder so eine OVID-Zeile, die mich ins Grübeln gebracht hat, denn: <strong>&#8220;Wer ist Eileithyia?&#8221;</strong></p>
<p>Auf unserem Bild ist sie am rechten Rand. Zeus links, und aus seinem Kopf kommt gerade Athene, deren Namen wir heute noch in &#8220;Athen&#8221; wiederfinden. Ist es nicht bezeichnend, dass für Weisheit, Strategie,  Kampf, Kunst, Handwerk und Handarbeit eine weibliche Göttin zuständig ist? Eileithyia ist hier, wie gesagt, Geburtshelferin, und die Worte &#8220;Lenis ades precibusque meis fave, Illithyia&#8221; verwendet OVID, um Isis anzurufen.</p>
<p>Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Dichter hier die Mythen versehentlich vermischt hat, eher können wir davon ausgehen, dass Isis und Eileithyia die gleiche Funktion, aber unterschiedliche Namen haben.<br />
Das erklärt sich dadurch, dass es Archetypen gibt, hier die Urfigur für Weiblichkeit, quasi eine einheitliche Statue, die in den verschiedenen Regionen (Religionen)  der Welt nur unterschiedlich angemalt sind. Bei C.G. Jung heißt das dann &#8220;Urmutter&#8221;, und bei <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Archetypus">Wikipedia </a>wird von &#8220;&#8230; psychische(n) Strukturdominanten, die als unbewusste Wirkfaktoren das Bewusstsein beeinflussen und dieses z. B. präfigurieren und strukturieren &#8230;&#8221; gesprochen.</p>
<p>Ich denke mal, dass des Teufels Großmutter nur in unserem Hirn vorkommt, weil wir mal ein Märchen gehört haben, in dem sie vorkommt und wir die Begriffe für links, rechts, oben und unten, Tag und Nacht, Mann und Frau haben, weil wir zwei Hände haben, Kopf und Füße und so weiter.</p>
<p>Auch die Geburtshelferin ist ein Archetyp, wie die Amme, die Gouvernante, die Amazone, die Königin, die Göttin &#8211; und in dieser weiblichen Reihe ist Isis in der Hierarchie an höchster Stelle. Abgesehen von der Amme gibt es diese Reihe auch mit männlichen Vorzeichen, also Arzt, Dom, Krieger, König und Gott &#8211; wobei unsere Männer höchstens zum Halbgott taugen,  oder das jedenfalls öfters gerne würden.<br />
Das Kind ist von der Empfängnis an von Frauen abhängig, dadurch ist die Bindung an die weiblichen Bezugspersonen größer; darin liegt die Wurzel der weiblichen Überlegenheit.</p>
<p>Als Sport- und Laufcoach genieße ich insgeheim diese Überlegenheit, meinem Macker gegenüber gebe ich mich partnerschaftlich &#8211; ich kenne ihn ja besser als er sich und gebe ihm auch mal, was er braucht, wenn ich mich ganz passiv gebe und ihm gestatte, zu zeigen, was für tolle Knoten er beherrscht. Wenn er es nicht verträgt, seine tatsächliche Abhängigkeit zu erleben, muss Frau ihm halt den Rücken stärken:</p>
<p>&#8220;<a title="http://kristinamirasol.net/2012/11/27/the-mistress-manual-the-good-girls-guide-to-female-dominance/" href="http://kristinamirasol.net/2012/11/27/the-mistress-manual-the-good-girls-guide-to-female-dominance/" target="_blank">The goal</a> is to identify which archetypes reflect both you and your significant other’s needs, and come to a compromise so that both parties are satisfied and fulfilled.&#8221;</p>
<p><a href="http://gucknet.de/wp-content/uploads/2014/01/mamas-and-papas.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-800" title="mamas-and-papas" src="http://gucknet.de/wp-content/uploads/2014/01/mamas-and-papas.jpg" alt="" width="600" height="450" /></a></p>
<p>Die Idylle von &#8220;Mama, Papa, (Kind)&#8221; ist vielleicht ein etwas modernerer <em>Archetypus für Familie</em> &#8211; das mal am Rande und probehalber. Waren die Frauen hier nur im Hintergrund aufgestellt, so war Janis Joplin eher der göttliche Typus. Leider hatte der Gott des Rausches sie in seinen Bann gezogen. Ihr findet vielleicht andere Figuren aus unserer Zeit urtümlich-archetypisch.</p>
<p>Kommen wir zu ernsteren Dingen, der Fortsetzung des Gebets an Iris:</p>
<blockquote><p>hierher wende deine Blicke und mit einer schone zwei;<br />
denn der Herrin wirst Du das Leben geben, sie mir.<br />
Oft hat sie an bestimmten Tagen dir dienend in deinem Tempel gesessen,<br />
wo die Schar der Galli deinen Lorbeer blutig färbt.<br />
Du erbarmst dich der Mädchen, die von Geburtswehen gequält sind,<br />
deren schwerfälligen Leib die verborgene Last spannt;<br />
gütig sei zur Stelle und sei meinen Bitten günstig, Eileithyia!</p></blockquote>
<p><a href="http://gucknet.de/wp-content/uploads/2014/01/Winged_goddess_Louvre_F32.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-810" title="Winged_goddess_Louvre_F32" src="http://gucknet.de/wp-content/uploads/2014/01/Winged_goddess_Louvre_F32.jpg" alt="" width="280" height="269" /></a>Unter dem Sessel des gebärenden Zeus wirkt eine, wie Isis,  <a title="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/5/53/Winged_goddess_Louvre_F32.jpg/624px-Winged_goddess_Louvre_F32.jpg" href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/5/53/Winged_goddess_Louvre_F32.jpg/624px-Winged_goddess_Louvre_F32.jpg" target="_blank">geflügelte Göttin</a>, man weiß nicht, welche Göttin; ich würde sagen, es handelt sich um ein Engelchen. Bei der Geburt herrscht ein kompliziertes Zusammenspiel mehrer Helferinnen, Kräfte, seelischer Energie, Instanzen &#8211; aber gerade dazu ist es bei Corinna nicht gekommen, deshalb diese Anrufung der Isis, die wir untersuchen, um mehr über den Isis-Kult zu erfahren.</p>
<p>Der Sinn des Gebets erschießt sich übrigens erst, wenn wir uns vorstellen, dass der Dichter es so vorträgt, dass Corinna genau hört, was er sagt. Sein Vortrag gilt primär der Geliebten, ihr will er vermitteln, dass er sich bei der Göttin für sie einsetzt, und wie er zu ihr steht. Damit mag das Gesagte auch eine therapeutische Wirkung bekommen, wenn er ihr seine Liebe versichert: Die Göttin um Zuwendung bittend, der Geliebten versichernd, dass sein Leben von ihr abhängt, dass sie seine Herrin ist, verbreitet er Zuversicht und erinnert an Corinnas Glauben an die Göttin der Weiblichkeit, baut eine Stimmung des Vertrauens auf.</p>
<p>Er erinnert die Göttin daran, dass Corinna doch regelmäßig an Göttinnen-Diensten teilgenommen oder mitgewirkt hat, in denen es durchaus auch blutig zugegangen ist.</p>
<p>Die Galli, Priester der <strong>Kybele</strong>, wieder so eine Göttin der Weiblichkeit im alten Rom, waren Kastraten oder Eunuchen, die sich im kolletktiven Rausch selbst entmannt hatten &#8211; wir können uns denken, dass der Dichter der Liebe diesen Kult verabscheut hat.<br />
Dieser Kult ist vielleicht wie der Rückschlag eines Pendels von der &#8220;Phallokratie&#8221; herüber zu einer extremen Form der Kontrolle des Phallus zu verstehen; den Phallozentrismus kennen wir ja &#8211; in der einen oder anderen Form &#8211; immer noch, wie auch seine Verleugnung, die männliche Keuschheit in Zölibat und bizarren Lebensformen.<br />
&#8220;Phallischen Narzissmus&#8221; nennt es die Psychologie, wenn die Kerle aus lauter Stolz auf ihre Erektion diese doch vorübergehende Fähigkeit überschätzen und sich schlimmer gebärden als der radschlagende Pfau.<br />
Aber Männer und auch Frauen sind nicht immer glücklich mit ihrem Geschlecht, manchmal kommt es zur Geschlechtsumwandlung, einer &#8220;neuen Identität&#8221;, obwohl ein Rollentausch oder die Veränderung der sozialen Rolle auch ohne Körpermodifikation möglich wäre.<br />
Keine &#8220;Verwandlung&#8221; kann bisher Gebär- oder Zeugungsfähigkeit herstellen, womit die Verwandelten mehr Neutrum als Frau oder Mann sind.</p>
<p>Die Bitte, sich zu erbarmen, die Bitte um Mitleid oder Mitgefühl verdeutlicht noch einmal das <em>Machtgefälle</em> zwischen Bittsteller und Göttin &#8211; das ist im Monotheismus mit seinem allmächtigen Gott noch größer. Als hätte der Mensch keinen Funken Göttlichkeit in sich.</p>
<p>Die Situation ist &#8211; wir wissen ja, dass OVID mit Corinna nicht zusammengelebt hat &#8211; rein fiktiv, aber prototypisch, wenn es auch Liebhaber geben mag, die sich um eine Abtreibung und ihre Folgen keine Gedanken gemacht haben. Solche Gedankenlosigkeit, Leichtsinnigkeit ist aber an kein Geschlecht gebunden, kommt vor.<br />
Ansonsten stelle ich mir vor, dass das Wissen über Empfängnis und -Verhütung zumindest im Tempel der Isis &#8211; wie auch hier im Gedicht, das auch den Zweck haben mag, die unseligen Zustände im alten Rom azuprangern und zu verändern &#8211; thematisiert worden ist.</p>
<p>Ihr könnt diese Geschichte selbst interpretieren, wie Ihr wollt. Ich schließe mich für heute dem Gedanken von  <a title="http://gucknet.de/sample-page/das-erotische-buch-bei-gucknet/quellen" href="http://gucknet.de/sample-page/das-erotische-buch-bei-gucknet/quellen" target="_blank">Gildenhard und Cissos </a>an:</p>
<blockquote><p>an episode can be laced with programmatic, intertextual, or generic gestures and still offer a meditation on human experience</p></blockquote>
<p>Unsere Ideen, was und wie wir denken, steht eben immer im Zusammenhang mit dem, was wir an Ideen aufnehmen.</p>
<p>´</p>
<p>— Hinweis: —</p>
<p><a href="http://gucknet.de/sample-page/das-erotische-buch-bei-gucknet/ovids-liebeskunst-fuer-frauen-interpretation-von-leilah"><img title="liebeskunst-fuer-frauen" src="http://gucknet.de/wp-content/uploads/2012/03/liebeskunst-fuer-frauen.jpg" alt="" width="600" height="200" /></a></p>
<p><a href="http://gucknet.de/sample-page/das-erotische-buch-bei-gucknet/ovids-liebeskunst-fuer-frauen-interpretation-von-leilah">Zur Übersicht: Die Liebeskunst für Frauen nach OVID in der Interpretation von Leilah</a></p>
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		<title>Weibliche Rituale &#8211; Zeremonien der Isis</title>
		<link>http://gucknet.de/ovid/weibliche-rituale-zeremonien-der-isis-2</link>
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		<pubDate>Sun, 19 Jan 2014 11:57:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Leilah</dc:creator>
				<category><![CDATA[OVID]]></category>
		<category><![CDATA[Erotik]]></category>
		<category><![CDATA[Isis]]></category>
		<category><![CDATA[Kleopatra]]></category>
		<category><![CDATA[Ritual]]></category>
		<category><![CDATA[Sistrum]]></category>
		<category><![CDATA[Statue]]></category>

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		<description><![CDATA[Sicherlich hat Kleopatra einen großen Beitrag beim &#8220;Import&#8221; der Isis nach Rom, und damit in unseren Kulturkreis, geleistet. Ihr könnt Euch das grob skizziert in einem Film zeigen lassen, deshalb will ich jetzt nicht mehr viel  dazu schreiben. In Rom, <a class="more-link" href="http://gucknet.de/ovid/weibliche-rituale-zeremonien-der-isis-2">weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://gucknet.de/wp-content/uploads/2014/01/kleopatra2.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-755" title="kleopatra2" src="http://gucknet.de/wp-content/uploads/2014/01/kleopatra2.jpg" alt="" width="476" height="352" /></a>Sicherlich hat Kleopatra einen großen Beitrag beim &#8220;Import&#8221; der Isis nach Rom, und damit in unseren Kulturkreis, geleistet.</p>
<p>Ihr könnt Euch das grob skizziert in einem <a href="http://www.youtube.com/watch?v=v2AW1wyEyhA" target="_blank">Film </a>zeigen lassen, deshalb will ich jetzt nicht mehr viel  dazu schreiben.</p>
<p><span id="more-748"></span></p>
<p>In Rom, im Vatikan steht auch diese Statue der Isis; nicht immer können bei der Isis-Darstellung die Details derart herausgearbeitet worden sein. Was Isis in der rechten Hand hält, ist ein Sistrum, ein Musikinstrument, das in unserem Zusammenhang rituellen Zwecken gedient haben muss.</p>
<p><a href="http://gucknet.de/wp-content/uploads/2014/01/Isis_Musei_Capitolini_MC744.jpg"><img title="Isis_Musei_Capitolini_MC744" src="http://gucknet.de/wp-content/uploads/2014/01/Isis_Musei_Capitolini_MC744.jpg" alt="" width="636" height="1366" /></a></p>
<p>»Zeremonialstandarten«oder &#8220;Isisklappern&#8221; gibt es schon seit der Bronzezeit. Was &#8220;die mögliche Handhabe dieser Kultobjekte&#8221; betrifft: Da diskutieren die <a href="http://web.rgzm.de/publikationen/verlagsprogramm/zeitschriften/archaeologisches-korrespondenzblatt/pm/article/anatolische-isisklappern-eine-randnotiz-zu-einigen-bronzezeitlichen-sistren-aus-alaca-hoeyue.html" target="_blank">Historiker </a>noch. Einer der Zwecke der Sistra könnte dem der Ritualglocken ähneln, deren Klang das Bewußtsein in eine für Meditationen und magische Handlungen empfängliche Stimmung versetzt.</p>
<p><a href="http://gucknet.de/wp-content/uploads/2014/01/anubis.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-772" title="anubis" src="http://gucknet.de/wp-content/uploads/2014/01/anubis.jpg" alt="" width="169" height="221" /></a>Diese &#8220;Klappern&#8221; müssen bedeutsam sein, wenn OVID sie in der gleichen Zeile mit dem Gott Anubis, der die Toten ins Totenreich <a href="http://www.ancient-egypt.org/index.html">begleitet</a>, erwähnt. Die Kulte der mythischen Figuren überschneiden und durchmischen sich; als Osiris von seinem Bruder Seth ermordet und zerstückelt worden war, belebte seine Gemahlin und Schwester Isis ihn mit Hilfe des Anubis wieder.<br />
Ob die Schlange, die um den Altar kriecht, eine rituelle Bedeutung hatte, lassen wir offen  (Kleopatra starb durch den Biss einer Kobra).</p>
<blockquote><p>From at least the New Kingdom, Isis was frequently associated with the goddess <a title="glossary" href="http://www.globalegyptianmuseum.org/glossary.aspx?id=170" target="glossary">Hathor</a> (whose name means &#8216;House of Horus&#8217;, perhaps an indication that she was the original mother of Horus) from whom she acquired her headdress, cow&#8217;s horns and sun disk. As a cow goddess she could also be worshipped as the mother of the <a title="glossary" href="http://www.globalegyptianmuseum.org/glossary.aspx?id=70" target="glossary">Apis</a> bull. (<a href="http://www.globalegyptianmuseum.org/glossary.aspx?id=201" target="_blank">Quelle</a>)</p></blockquote>
<p>Diese religiös-mythologischen Verknüpfungen rechtfertigen doch die Verehrung der Göttin!  Oder ihre Anbetung. In der richtigen Weise gestellt, müssen sich doch die Bitten an die Göttin erfüllen&#8230;</p>
<p>Heiligtümer und Tempel der Isis waren die angemessenen Orte für solche Gebete, mit denen wir uns noch eingehender auseinandersetzen wollen. Männer waren an diesen Orten nur unter bestimmten Bedingungen zugelassen; anzunehmen ist, dass bei denen eine vorherige Prüfung, Initiation erforderlich war, wobei eine Priesterin, ausgestattet mit den Insignien der Isis, die Göttin stellvertretend vertrat. Denkbar ist aber auch &#8211; und Funde von Statuetten deuten darauf hin &#8211; dass es die Isis-Verehrung auch im nichtöffentlichen, privaten Rahmen gab.</p>
<p>Warum auch nicht? Der Isis-Kult braucht keinen organisierten Staatsapparat wie die katholische Kirche, lässt sich informell praktizieren, wenn der eigentliche Kult in der Verehrung des weiblichen Prinzips besteht, darf auch eine selbstbewusste, selbsternannte Stellvertreterin der Göttin deren Insignien nutzen, die ihr entgegengebrachte Huldigung genießen und ihren persönlichen Ritus inszenieren: Ich denke dabei an ein dialogisches Ritual, oder einen rituellen Dialog, der vom Klang des Sistrum strukturiert wird.</p>
<p>Aber schauen wir zunächst, wie es bei Corinna und OVID weitergeht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>— Hinweis: —</p>
<p><a href="http://gucknet.de/sample-page/das-erotische-buch-bei-gucknet/ovids-liebeskunst-fuer-frauen-interpretation-von-leilah"><img title="liebeskunst-fuer-frauen" src="http://gucknet.de/wp-content/uploads/2012/03/liebeskunst-fuer-frauen.jpg" alt="" width="600" height="200" /></a></p>
<p><a href="http://gucknet.de/sample-page/das-erotische-buch-bei-gucknet/ovids-liebeskunst-fuer-frauen-interpretation-von-leilah">Zur Übersicht: Die Liebeskunst für Frauen nach OVID in der Interpretation von Leilah</a></p>
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		<title>Corinna, der Autor und Isis</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Jan 2014 21:39:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gucknet</dc:creator>
				<category><![CDATA[OVID]]></category>
		<category><![CDATA[Corinna]]></category>
		<category><![CDATA[Gebet]]></category>
		<category><![CDATA[Isis]]></category>
		<category><![CDATA[Kult]]></category>

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		<description><![CDATA[Liebe Freundinnen, ich bin keine Dozentin, ich recherchiere. Zum Beispiel über &#8220;das Matriarchat&#8221; &#8211; wenn es das denn gegeben hat. Wir stellen uns den Olymp immer als von Gottvater Zeus beherrscht vor, und Hera mehr als eine Randfigur &#8211; das <a class="more-link" href="http://gucknet.de/ovid/corinna-der-autor-und-isis">weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Freundinnen,</p>
<p>ich bin keine Dozentin, ich recherchiere. Zum Beispiel über &#8220;das Matriarchat&#8221; &#8211; wenn es das denn gegeben hat. Wir stellen uns den Olymp immer als von Gottvater Zeus beherrscht vor, und Hera mehr als eine Randfigur &#8211; das ist aber so eine Sicht, die uns eingepflanzt worden ist, weil unser Herrgott, nomen est omen, offenbar männlich ist. <span id="more-725"></span>Vor diesem Monotheismus &#8211; &#8220;Du sollst keine anderen Götter haben neben mir&#8221; &#8211; hat es für jedes Problem,  jede Lebenssituation, eine spezielle Gottheit gegeben, eine praktische Arbeitsteilung.<br />
<strong>Die Macht des Weiblichen</strong> wurde von Isis repräsentiert, und auch unser OVID, dessen &#8220;Liebeskunst für Frauen&#8221; ich noch zu bearbeiten habe, hat ihr gehuldigt, und  diese Huldigung ist überliefert, im 2. Buch der Liebeselegien, 13. Elegie.</p>
<p>Ich denke, Frau darf, auch wenn sie mit dem einen Text befasst ist, aus einem anderen schöpfen: Würde OVID heute schreiben, wären seine Texte mit Hyperlinks gespickt; damals musste man sich die denken, die Stellen und Zusammenhänge kennen, auf die er anspielte. Ich bin ja Novizin auf dem Gebiet, kann aber, was damals niemand konnte: Googeln. So, und nicht wegen meiner profunden Literaturkenntnisse, habe ich diese Stelle gefunden.</p>
<p>Corinna, die Freundin des in der Ich-Form berichtenden Dichters, hat</p>
<blockquote><p>&#8220;unbedacht an der Last ihres trächtigen Leisbes gerüttelt &#8230;, und ob sie leben wird, ist zweifelhaft. Sie hat ohne mein Wissen ein so gefährliches Wagnis unternommen, meinen Zorn verdient sie, aber Zorn schwindet vor der Furcht.&#8221;</p></blockquote>
<p>Corinna hat also abgetrieben, oder es versucht, und schwebt in Lebensgefahr. Der typische Mann fragt sich sogleich, ob das Kind denn auch von ihm gezeugt worden ist, will es glauben, und hat wegen dem ungewollten, &#8220;unabgesprochenen&#8221; Kind auch so seine Schuldgefühle: &#8220;Und dabei empfing sie von mir, oder ich glaube es wenigstens; oft nehme ich als Tatsache, was sein kann.&#8221;</p>
<p>Auch diese Situation ist eine Facette des Liebeslebens, wenn auch nicht erotisch im Wortsinne. Aber wir sehen hier sehr schön, wie der Mann denkt, und vor allem, wie und wen er um Hilfe bittet (denn hilflos ist er in dieser Situation, und sein Wunsch, der Freundin zu helfen, mag authentisch sein):</p>
<blockquote><p>&#8220;Isis, Herrin über Paraitonion und die üppigen Flure Kanopos,<br />
über Memphis und Pharos, das an Palmen reich ist,<br />
und über die Gefilde, die der schnelle Nil im breiten Bette durchgleitet,<br />
bis er sich durch sieben Öffnungen in den Fluren des Meeres verliert,<br />
Bei deinen Klappern bitte ich und bei des furchtbaren Anubis Gesicht<br />
(möge der fromme Osiris deinem Kult immer huldreich zugetan sein,<br />
und möge in langsamen Windungen die Schlange um deinen Gabentisch gleiten, und als Begleiter im Zuge der gehlörnte Apis schreiten):&#8221;</p></blockquote>
<p>Das eigentliche Gebet kommt gleich. Bisher ist nur klar, an wen die Rede sich richtet, und dass unser Dichter sich auskennt mit Isis &#8211; im Gegensatz zu mir.</p>
<div id="attachment_734" class="wp-caption alignleft" style="width: 240px"><a href="http://gucknet.de/wp-content/uploads/2014/01/kleopatra.jpg"><img class="size-full wp-image-734" title="kleopatra" src="http://gucknet.de/wp-content/uploads/2014/01/kleopatra.jpg" alt="" width="230" height="305" /></a><p class="wp-caption-text">Kleopatra VII - Foto cc Wikipedia</p></div>
<p>&#8220;Paraitonion&#8221; &#8211; habe ich nie gehört. Aber die Mutter der Iphis &#8211; klingt doch ganz wie Isis &#8211; hat in den &#8220;Metamorphosen&#8221; ebenfalls die Isis als Herrin über Paraitonion angeredet. Und Iphis wurde von Isis im &#8220;zarten&#8221; Alter von 13 Jahren von einem Mädchen in einen jungen Mann verwandelt. Iphis liebte ein Mädchen, und nach der Verwandlung war es keine lesbische Liebe mehr.<br />
So weit ist die Ovid-Forschung noch nicht, dass sie uns erklärte, warum OVID Isis mit Paraitonion verbindet &#8211; diese ägyptische Hafenstadt als von der Isis beherrschter Ort: Was hat OVID sich dabei gedacht?<br />
Eine &#8211; für Ägypten &#8211; traurige Berühmtheit erlangte Paraitonion 30 vor Christus, als die Truppen Octavians die westliche Grenzfestung Ägyptens und den östlichen Grenzposten Pelusion eroberten. Das war der Anfang vom Ende der Herrschaft Kleopatras, auf der die Hoffnungen der Menschen des Orients, die sich von Rom unterdrückt fühlten,  beruhten. OVID aber war, wenn nicht Kosmopolit, dann Römer, und schwerlich ein Fan der Kleopatra.<br />
Kanopos wiederum ist ein altägyptischer Kultort am Nil, berühmt durch den Orakeltempel des Gottes Kanopos, später Serapis, der hier in Gemeinschaft mit Isis, Anubis und Harpokrates verehrt wurde.<br />
Das Kanopos-Dekret sollte noch erwähnt werden: in dem Dokument einer im Jahre 238 v. Chr. abgehaltenen ptolemäischen Priestersynode geht es um die 365 Tage des Jahres und den vier-jährlichen <a href="http://www.aegyptologie.com/forum/cgi-bin/YaBB/YaBB.pl?action=albumprint&amp;idn=20030715124517&amp;seiten=&amp;hoehe=&amp;extra=&amp;steile=no">Schalttag</a>, den aber dann erst die Römer einführten.</p>
<div id="attachment_730" class="wp-caption alignnone" style="width: 650px"><a href="http://gucknet.de/wp-content/uploads/2014/01/640px-Kolosstatue_Ramses_II_Memphis.jpg"><img class="size-full wp-image-730" title="640px-Kolosstatue_Ramses_II_Memphis" src="http://gucknet.de/wp-content/uploads/2014/01/640px-Kolosstatue_Ramses_II_Memphis.jpg" alt="" width="640" height="480" /></a><p class="wp-caption-text">Ramses II, Foto cc From Wikimedia Commons</p></div>
<p>In Memphis muss es einen wichtigen Isis-Tempel gegeben haben, von dem aber kein Foto zu finden ist; eine überdimensionale Statue von Ramses gibt es dort noch heute -  sieht auch ganz gut aus.</p>
<div id="attachment_739" class="wp-caption alignleft" style="width: 230px"><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pharos_von_Alexandria"><img class="size-full wp-image-739" title="220px-Lighthouse_-_Thiersch" src="http://gucknet.de/wp-content/uploads/2014/01/220px-Lighthouse_-_Thiersch.gif" alt="" width="220" height="187" /></a><p class="wp-caption-text">Foto cc Wikipedia</p></div>
<p>&#8220;Pharos, das an Palmen reich ist&#8221; &#8211; sollten wir das kennen? In der Vergangenheit war es bekannt, berühmt, für das höchste Bauwerk der Antike, einen Leuchtturm, aber nicht für seine Palmen.</p>
<p>Wahrscheinlich sind die fehlerhaften, zumindest fraglichen, räumlichen Zuordnungen Absicht &#8211; aber welche Absicht steckt dahinter? &#8220;Du musst nicht alles glauben, was Dir über die Götter erzählt wird &#8211; das Meiste ist erdichtet. Wenn Du aber an Isis glaubst, dann ist sie überall, gerade auch bei Dir&#8221; &#8211; so ungefähr könnte dieser Passus zu deuten sein.</p>
<p>Oder auch:</p>
<blockquote><p>&#8220;Krieg, Mathematik, Technik verändern unsere Gesellschaft rapide &#8211; hier gibt es einen Fortschritt, und eine Evolution in der Religion ist unumgänglich, wenn es sich erst einmal herumspricht, dass der ganze Olymp erfunden ist. Der Gedanke an die Menschenrechte ist erst ein ganz zartes Pflänzchen. Eine Theologie der Erlösung wäre für den Übergang vielleicht ganz praktisch. Und so eine &#8220;Muttergottheit&#8221; brauchen wir allein schon wegen der Frauen, ich seh&#8217; es ja bei Corinna&#8221;.</p></blockquote>
<p>Corinna, und nicht Isis, ist OVIDs Herrin &#8211; ich habe hier etwas vorgegriffen. Und: &#8220;Den römischen Dichtern galt sie als Muster gelehrter und gleichzeitig schlichter Poesie (<a title="Properz" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Properz">Properz</a> II 3, 21). P. Ovidius Naso benannte ihr zu Ehren die zentrale Figur seiner <em>Amores</em> daher <em>Corinna</em>.&#8221;<br />
Das steht in unserem kolletiven Wörtbuch unter dem Stichwort <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Korinna">Korinna</a>. Die &#8220;&#8230; war eine antike griechische Dichterin. Sie gilt manchen Kritikern als bedeutendste nach <a title="Sappho" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sappho">Sappho</a>.&#8221;</p>
<p>Das obige &#8220;oft nehme ich als Tatsache, was sein kann&#8221; bekommt so doch noch eine erweiterte Bedeutung. Aber das ist menschlich. Darauf beruht vielleicht auch die Kraft des Gebets, das wir hier eigentlich lesen wollten, und die Macht der &#8220;Rasseln&#8221;, die im Isiskult verwendet werden. Doch dazu mehr im nächsten Artikel.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>— Hinweis: —</p>
<p><a href="http://gucknet.de/sample-page/das-erotische-buch-bei-gucknet/ovids-liebeskunst-fuer-frauen-interpretation-von-leilah"><img title="liebeskunst-fuer-frauen" src="http://gucknet.de/wp-content/uploads/2012/03/liebeskunst-fuer-frauen.jpg" alt="" width="600" height="200" /></a></p>
<p><a href="http://gucknet.de/sample-page/das-erotische-buch-bei-gucknet/ovids-liebeskunst-fuer-frauen-interpretation-von-leilah">Zur Übersicht: Die Liebeskunst für Frauen nach OVID in der Interpretation von Leilah</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Weitere:</p>
<p>http://www.gottwein.de/Lat/ov/ovmet09666.php</p>
<p>http://www.swr.de/-/id=11425344/property=download/nid=660374/1ijocdq/swr2-wissen-20130723.pdf</p>
<p>http://isiopolis.com/2012/07/28/iphis-ianthe-and-isis-the-lgbt-friendly-goddess/</p>
<p>&nbsp;</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Schönheitspflege, Liebeskunst, Erotik des Alters</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Sep 2013 07:34:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Leilah</dc:creator>
				<category><![CDATA[OVID]]></category>
		<category><![CDATA[Alter]]></category>
		<category><![CDATA[Erotik]]></category>
		<category><![CDATA[Schönheitspflege]]></category>
		<category><![CDATA[Sexualität]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Bild, das ich mir gerade von der OVID&#8217;schen Dichtkunst mache, kommt mir vor wie ein Puzzle. Heute habe ich wieder so ein Stück gefunden, das wohl dazu gehört &#8211; aber wo es ins Gesamtbild einfügen? Die Schönheitspflege als Kult <a class="more-link" href="http://gucknet.de/ovid/schoenheitspflege-liebeskunst-erotik-des-alters-ovid">weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Bild, das ich mir gerade von der OVID&#8217;schen Dichtkunst mache, kommt mir vor wie ein Puzzle. Heute habe ich wieder so ein Stück gefunden, das wohl dazu gehört &#8211; aber wo es ins Gesamtbild einfügen?</p>
<p>Die <a title="http://www.sacred-texts.com/cla/ovid/lboo/lboo62.htm" href="http://www.sacred-texts.com/cla/ovid/lboo/lboo62.htm" target="_blank">Schönheitspflege </a>als Kult und Kultivierung,  Frisur, Schmuck, Hautpflege und Make-Up sind Themen, die wohl auf immer weibliche Anteile bezeichnen; die Befreiung der (adligen) Frau von harter Feldarbeit und häuslicher Spinnerei in der Vorzeit hattes sie populär gemacht.</p>
<p><a href="http://gucknet.de/wp-content/uploads/2013/09/artofbeauty.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-566" title="artofbeauty" src="http://gucknet.de/wp-content/uploads/2013/09/artofbeauty.jpg" alt="" width="600" height="200" /></a></p>
<p><span id="more-565"></span></p>
<h1 align="center">Medicamina Faciei Femineae</h1>
<p><a href="http://gucknet.de/wp-content/uploads/2013/09/21400.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-567" title="21400" src="http://gucknet.de/wp-content/uploads/2013/09/21400.jpg" alt="" width="346" height="475" /></a>Wenn nun auch Kleidung und Mode zur Schönheitspfelge zählen &#8211; womit wohl macht Frau den ersten, alles bestimmenden Eindruck? &#8211; wirkt das antike Lehrgedicht gar nicht unmodern.</p>
<p>Um einmal einen Abschnitt aus der alten englischen Übersetzung zu zitieren:</p>
<p>&#8220;Your first preoccupation, my dears, should be your manners. When a woman&#8217;s manners are good, she never fails to attract. Manners indeed are more than half the battle. Time will lay waste your beauty, and your pretty face will be lined with wrinkles. The day will come when you will be sorry you looked at yourself in the mirror, and regret for your vanished beauty will bring you still more wrinkles. But a good disposition is a virtue in itself, and it is lasting; the burden of the years cannot depress it, and love that is founded on it endures to the end.&#8221;</p>
<p>Das ist ja noch verständlich. &#8220;Schönheit kommt von Innen&#8221;. Und:</p>
<p><strong>&#8220;tempus erit&#8230;&#8221;</strong></p>
<p>Das ist schon merkwürdig, und dass der Hinweis aufs kommende Alter irritiert, hängt wohl mit unserem Unwillen zu weiser Voraussicht zusammen:</p>
<blockquote><p>Tempus erit, quo tu, quae nunc excludis amantes, frigida deserta nocte iacebis anus nec tua frangetur nocturna ianua rixa, sparsa nec invenies limina mane rosa.</p>
<p>Die Zeit wird kommen, dass du, die nun Liebende ausschließt, einsam und öde als ungeliebte Frau die Nacht verbringst, deine Tür nicht mehr in nächtlichem Streit aufgebrochen wird, und auch das ist dann vorbei: Dass die Türschwelle in der Früh geschmückt ist, mit einer Rose.</p></blockquote>
<p>Ich finde ja, dass das eine scheußliche Übersetzung ist. Wir sehen: Es ist eine Katastrophe, was dieser Dichter in einen einzeigen Satz packt. Und sollten wir nicht auch an die jungen Frauen, die ihre Nächte unsinnig allein verbringen, denken?</p>
<p>Was ist mit all den Junggesellen, und der &#8220;Together alone tonight&#8221;-Situation?</p>
<p>In der &#8220;<a title="/ovids-liebeskunst-fuer-frauen-interpretation-von-leilah" href="http://gucknet.de/sample-page/das-erotische-buch-bei-gucknet/ovids-liebeskunst-fuer-frauen-interpretation-von-leilah" target="_blank">Liebeskunst</a>&#8220;  gibt es noch mehr Material zu Alter, Liebe, Vergänglichkeit. In unserer Kultur sind das ungeliebte Themen:</p>
<p>Im folgenden ein konventionelles Inhaltsverzeichnis zur Liebeskunst. Da ist vom Thema &#8220;Alter&#8221; keine Spur, obwohl es einen hohen Stellenwert einnimmt.</p>
<p>Das zu würdigen, würde aber unser Verständnis von &#8220;Erotik&#8221; irritieren.</p>
<p>Michael von Albrecht (Hrsg.)<br />
Reclam Stuttgart<br />
EAN: 9783150503577 (ISBN: 3-15-050357-4)<br />
294 Seiten, hardcover, 10 x 15cm, März, 1996</p>
<p>&nbsp;</p>
<h1>Inhaltsverzeichnis zur Liebeskunst</h1>
<p>Ars amatoria &#8211; Liebeskunst</p>
<p><strong>Liber primus &#8211; Erstes Buch</strong><br />
Anweisungen für Männer</p>
<p>Einleitung</p>
<p>Wo sind Mädchen zu finden?<br />
-Verschiedene Treffpunkte in Rom<br />
-Das Theater (Der Raub der Sabinerinnen)<br />
-Zirkus und Arena<br />
-Gespielte Seeschlacht und Triumphzug<br />
-Das Gastmahl<br />
-Treffpunkte außerhalb Roms</p>
<p>Wie erobert man Mädchen?<br />
-Selbstvertrauen (Pasiphae und der Stier)<br />
-Vom Umgang mit der Dienerin<br />
-Die Wahl des Zeitpunkts<br />
-Geschenke und Liebesbriefe<br />
-Sonstige Annäherungsversuche<br />
-Männliche Schönheitspflege<br />
-Bacchus und Ariadne<br />
-Das Gastmahl<br />
-Überredung und Schmeichelei<br />
-Versprechungen, Betrug, falsche Tränen<br />
-Küsse, Gewalt, männliche Initiative (Achill und Deidamia)<br />
-Gespielte Zurückhaltung<br />
-Das Aussehen des Liebenden<br />
-Warnung vor Freunden<br />
-Der Liebende als Verwandlungskünstler</p>
<p>Überleitung</p>
<p><strong>Liber secundus &#8211; Zweites Buch</strong><br />
Anweisungen für Männer</p>
<p>Einleitung (Daedalus und Icarus)</p>
<p>Wie bekommt die Liebe Dauer?<br />
-Bildung statt Magie (Odysseus und Calypso)<br />
- Nachgiebiges Verhalten des Liebhabers<br />
-Liebe &#8211; ein Kriegsdienst<br />
-Geschenke<br />
-Anerkennung und Lob<br />
-Krankheit des Mädchens<br />
-Nutzen und Gefahren der Trennung<br />
-Rivalität und Disketion<br />
-Anregungsmittel<br />
-Eifersucht, das Salz der Liebe<br />
-Liebe als Naturmacht und Arznei<br />
-Selbsterkenntnis<br />
-Leiden der Liebe<br />
-Schädlichkeit der Eifersucht (Mars und Venus)<br />
-Verschwiegenheit<br />
-Fehler als Vorzüge (Lob der reifen Frauen)<br />
-Das Liebesspiel</p>
<p>Schlußwort</p>
<p>Überleitung</p>
<p><strong>Liber tertius &#8211; Drittes Buch</strong><br />
Anweisungen für Frauen</p>
<p>Einleitung (Freut euch des Lebens!)</p>
<p>Hauptteil<br />
-Lob der Zivilisation<br />
-Haartracht<br />
-Kleidung<br />
-Körperpflege<br />
-Diskretion bei der Schönheitspflege<br />
-Das Verhalten beim Frisieren<br />
-Der Ausgleich der körperlichen Mängel<br />
-Anmut ist erlernbar<br />
-Musik, Literatur, Tanz<br />
-Gesellschaftsspiele<br />
-Treffpunkte<br />
-Schöne Männer und Schwindler<br />
-Liebesbriefe<br />
-Die Beherrschung des Mienenspiels, heiteres Wesen<br />
-Beruf und Rolle der Liebhaber<br />
-Mach dich rar!<br />
-Rivalität als Anreiz<br />
-Überliste die Bewacher<br />
-Warnung vor Freundinnen<br />
-Spiele die Verliebte<br />
-Verhängnisvolle Leichtgläubigkeit (Cephalus und Procris)<br />
-Tischmanieren<br />
-Liebesstellungen</p>
<p>Epilog</p>
<p>Wer noch ein wenig &#8220;weiterforschen&#8221; möchte, kann mal das probieren:</p>
<p><a href="http://geschichtsverein-koengen.de/RoemSprichwort.htm" target="_blank">http://geschichtsverein-koengen.de/RoemSprichwort.htm</a></p>
<p>Viel Spass und Erleuchtung</p>
<p>wünscht Euch</p>
<p>LEILAH</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Nachtrag:</strong></p>
<p>In diesem Zusammenhang vielleicht auch interessant:</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Die Schönheitspflege des Mannes</h2>
<p>Da geht es doch ziemlich schlicht zu:</p>
<blockquote><p><span style="color: #aaaaaa;"><span><br />
Das vernachlässigte Aussehen gehört sich für Männer.<br />
Theseus, von keiner Nadel an den Schläfen zurechtgemacht , raubte Ariadne.<br />
Phaedra liebte Hippolytus und der war nicht sehr gepflegt.<br />
Der Geliebte einer Göttin Göttin war Adonis, der passend für die Wälder war.</span></span></p>
<p>Und die Schur soll die abstehenden Haare nicht arg verunstalten.<br />
Das Haar und der Bart sollen von geübter Hand geschnitten sein.<br />
Und die Nägel sollen nicht hervorstehen und ohne Schmutz sollen sie sein.<br />
Und im hohlen Nasenloch soll dir kein (einzelnes) Haar hervorstehen.</p></blockquote>
<p>Zum Einen haben wir hier die mythischen &#8220;Helden&#8221;, die der Schriftsteller mal als bekannt voraussetzen kann, der Verweis auf sie ersetzt also halbe Bücher, zum Anderen schlichte Anweisungen zu Haarschnitt und elementarer Körperpflege.</p>
<div id="attachment_573" class="wp-caption alignleft" style="width: 810px"><a href="http://gucknet.de/wp-content/uploads/2013/09/theseus-adonis.jpg"><img class="size-full wp-image-573" title="theseus-adonis" src="http://gucknet.de/wp-content/uploads/2013/09/theseus-adonis.jpg" alt="" width="800" height="552" /></a><p class="wp-caption-text">Da sieht Frau mal, was für unterschiedliche Typen &quot;Mann&quot; es in der Vergangenheit gegeben hat; daran hat sich bis heute nichts geändert.</p></div>
<p>1.) Theseus besiegt den Centauren von Antonio Canova – Wien, Kunsthistorisches Museum</p>
<p>2.) Adonis</p>
<p><span style="color: #aaaaaa;"><span><br />
</span></span></p>
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		<title>Der frivole OVID</title>
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		<pubDate>Wed, 31 Oct 2012 21:44:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Leilah</dc:creator>
				<category><![CDATA[OVID]]></category>

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		<description><![CDATA[Liebe Freundinnen, ja, ich bin OVID-müde. Es macht zu wenig Freude, über den Alten zu schreiben, wenn sich die Weiber von heute nur noch fürs oberflächliche interessieren, für Stars und Sternchen, aber nicht für das, was ich schreibe &#8211; ich <a class="more-link" href="http://gucknet.de/ovid/der-frivole-ovid">weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Freundinnen,</p>
<p>ja, ich bin OVID-müde. Es macht zu wenig Freude, über den Alten zu schreiben, wenn sich die Weiber von heute nur noch fürs oberflächliche interessieren, für Stars und Sternchen, aber nicht für das, was ich schreibe &#8211; ich fühle mich, um es klar auszusprechen, nicht beachtet. Wobei eine Autorin, die so ehrlich ist, sich damit ihr eigenes Todesurteil unterschreibt. Ach. <span id="more-370"></span></p>
<blockquote><p>als Erster legte Ovid es darauf an, Erotik betont frivol darzustellen und ein durchaus freches Spiel mit altrömischer Moral zu treiben.</p></blockquote>
<p>Das hat  Niklas Holzberg im <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/spiegelgeschichte/d-63823570.html">Spiegel </a>verlauten lassen. Der Mann hat bestimmt noch keiene einzige Zeile Frivolität geschrieben &#8211; jedenfalls nicht veröffentlicht.</p>
<p><a href="http://gucknet.de/wp-content/uploads/2012/10/Livia_statue.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-371" title="Livia_statue" src="http://gucknet.de/wp-content/uploads/2012/10/Livia_statue.jpg" alt="" width="394" height="600" /></a>Der Kaiser Augustus hat OVID verbannt, weil der etwas mitgekommen hat, was Augustus Enkelin, Julia, getrieben hat, und das muss gegen die Sittengesetze der Zeit verstoßen haben.</p>
<p>Ich hab&#8217; von Julia kein Bild gefunden, aber von Livia (?), Augustus Gattin, und was der Quatsch, hier in Marmor, bedeuten soll &#8211; sagt IHR es mir!</p>
<p>Fetter Rettich vs. kleine Möhren?</p>
<p>Wenn Ovid frivol gewesen wäre, hätte er die Gelegenheit, diese Abbildung zu kommentieren, auch genutzt. Ich finde diese Statue frivol, jawohl.</p>
<p>Und wer sich dabei was gedacht hat, wird wohl ein Rätsel bleiben.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Dominanz ist erotisch: Der begehrende Dichter und seine Mistress</title>
		<link>http://gucknet.de/ovid/dominanz-erotik-begehren-dichter-und-mistres</link>
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		<pubDate>Fri, 24 Aug 2012 19:15:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gucknet</dc:creator>
				<category><![CDATA[OVID]]></category>

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		<description><![CDATA[Liebe Freundinnen, ich mute Euch heute mal zu, Englisch zu lesen. Ich pack&#8217;s einfach nicht, das jetzt noch zu übersetzen, glaube sowieso, ich bin im falschen Film: Aber schaut zunächst einfach mal nur dieses Buch an: &#160; Ellen Greene: The <a class="more-link" href="http://gucknet.de/ovid/dominanz-erotik-begehren-dichter-und-mistres">weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Freundinnen,</p>
<p>ich mute Euch heute mal zu, Englisch zu lesen. Ich pack&#8217;s einfach nicht, das jetzt noch zu übersetzen, glaube sowieso, ich bin im falschen Film:</p>
<p><span id="more-322"></span>Aber schaut zunächst einfach mal nur dieses Buch an:</p>
<p><a href="http://gucknet.de/wp-content/uploads/2012/08/erotics.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-323" title="erotics" src="http://gucknet.de/wp-content/uploads/2012/08/erotics.jpg" alt="" width="603" height="773" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<h1>Ellen Greene: The Erotics of Domination: Male Desire and the Mistress in Latin Love Poetry</h1>
<p>Ich finde, dass solltet Ihr Euch auf der Zunge zergehen lassen. Ist natürlich ein ganz anderes Verständnis, als ich habe.</p>
<div id="outer_postBodyPS">
<div id="postBodyPS">
<div>
<blockquote><p>The study of women in antiquity is a well-established area of research in the classics. In The Erotics of Domination, Ellen Greene reexamines long-held scholarly attitudes concerning the representation of male sexual desire and female subjection in the Latin love poetry of Catullus, Propertius, and Ovid. Examining first-person poetic personae that have often been romanticized by critics, Greene finds that male sexuality is consistently threatened as moral resolve and social status are undermined by desires that render men passively &#8220;womanish&#8221;: powerless and emotional.</p>
<p>&#8220;Whereas the Catullan lover appears to struggle against his own &#8216;feminization,&#8217; the Roman elegiac poets &#8212; particularly Propertius and Ovid &#8212; proclaim in their poems a radically unconventional philosophy of life through their apparently deliberate inversion of conventional sex roles &#8212; in which women are portrayed as dominant and men as subservient. Roman elegiac poetry is predicated entirely on clearly defined roles for the speaker and his mistress. That servitude, at least nominally, accords the lover&#8217;s mistress complete domination and control over him.&#8221; &#8212; from the introduction</p></blockquote>
<p>Bei <a href="http://www.amazon.com/Erotics-Domination-Desire-Mistress-Poetry/dp/0801859816/ref=sr_1_1?s=books&amp;ie=UTF8&amp;qid=1345753537&amp;sr=1-1&amp;keywords=0801859816">Amazon </a>könnt Ihr in das Buch reinschauen; &#8220;According to <em>Ellen Greene</em>, <em>Ovid&#8217;s</em> misogynistic humor criticizes rather than celebrates Roman social structures; if war is inhumane and cruel, and love is a form <strong>&#8230;</strong>&#8221; ist der Anriss zu <a href="http://www.google.de/url?sa=t&amp;rct=j&amp;q=&amp;esrc=s&amp;source=web&amp;cd=7&amp;cad=rja&amp;ved=0CD8Q6AEwBg&amp;url=http%3A%2F%2Fbooks.google.de%2Fbooks%3Fid%3Dr6wIz7r_OiUC%26pg%3DPA141%26lpg%3DPA141%26dq%3DEllen%2BGreene%2Bovid%26source%3Dbl%26ots%3DBQGioQOPZt%26sig%3Da4tesLT95jjPEw9gKiPdKV9C0x0%26hl%3Den&amp;ei=z843UIezG4PdtAbg_YD4Aw&amp;usg=AFQjCNF7c6yIKxX-RXekyG-NIIg5tNiOxw">Gendered dynamics in Latin love poetry &#8211; Page 141 &#8211; Google Books Result -</a> macht damit, was Ihr wollt; ich nehm&#8217; es mal als Zeichen, dass der alte Römer doch irgendwie noch aktuell ist, und immer noch paradox. Und auf so etwas habe ich mich eingelassen &#8211; ich muss verrückt sein.Also gut &#8211; dann will ich verrückt sein, und mich mit einem Autor einlassen, der einen &#8220;misogynistic humor&#8221; hat, und</p>
<dl>
<dt>misogynistic <var>{adj}</var></dt>
<dd>frauenfeindlich<br />
frauenverachtend<br />
misogyn <kbd>[geh.]</kbd><br />
Frauen verachtend</dd>
</dl>
<p>seine Frauenverachtung am Ende noch unter dem Deckmäntelchen des Humors tarnt &#8211; hätte ich das vorher gewusst, hätte ich von dem alten Mann doch die Finger gelassen!<br />
Aber vielleicht spinnt ja auch die Gutachterin, die ihm das Frauenfeindliche bescheinigt, vielleicht hat sie noch einen Vaterkomplex und hat den Hass auf den Vater, der sie nicht ge&#8230; (gewollt) hat, auf den Dichter verschoben.<br />
Natürlich ist die ganze Liebeskunst ein ungedeckter Scheck, es gibt hier keine Sicherheit, sonst hätte der Naso ja auch kein &#8220;Heilmittel gegen die Liebe&#8221; schreiben brauchen, wird auch argumentiert, und ich frag&#8217; mich, wie ernst ich mein <a href="http://gucknet.de/sample-page/das-erotische-buch-bei-gucknet/ovids-liebeskunst-fuer-frauen-interpretation-von-leilah">Projekt </a>noch nehmen soll.</p>
<p>Was aber die falsche Frage sein dürfte. &#8220;Wie sehr willst Du Dich von anderen, &#8220;Wissenschaftlerinnen&#8221; beeinflussen, verunsichern und blockieren lassen, liebe Leilah?&#8221; &#8211; Das wäre wohl besser gefragt. In mir steckt immer noch der Glaube an das gedruckte Wort, ich muss mich von der Einstellung, mir etablierte (was heißt das denn schon) Schriftgelehrtinnen zum Vorbild und als Orientierung zu nehmen, befreien.</p>
</div>
</div>
</div>
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		<item>
		<title>Venus &amp; Mars, Olympische Schamgefühle, Schamlosigkeiten</title>
		<link>http://gucknet.de/ovid/venus-mars-olympische-schamgefuhle-schamlosigkeiten</link>
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		<pubDate>Sun, 20 May 2012 16:40:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gucknet</dc:creator>
				<category><![CDATA[OVID]]></category>
		<category><![CDATA[Mars]]></category>
		<category><![CDATA[Scham]]></category>
		<category><![CDATA[Schamlosigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Venus]]></category>

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		<description><![CDATA[Liebe Freundinnen, es gibt Buchtitel wie „Töchter der Venus“ und „Schwestern der Venus“ – und irgendwie  sind wir alle doch vielleicht eigentlich Beides, vermute ich mal. „Venus“ als Leitfigur scheint mir immer noch aktuell, wenn ich so sehe, wie sehr <a class="more-link" href="http://gucknet.de/ovid/venus-mars-olympische-schamgefuhle-schamlosigkeiten">weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Freundinnen,</p>
<p>es gibt Buchtitel wie „Töchter der Venus“ und „Schwestern der Venus“ – und irgendwie  sind wir alle doch vielleicht eigentlich Beides, vermute ich mal.</p>
<p>„Venus“ als Leitfigur scheint mir immer noch aktuell, wenn ich so sehe, wie sehr manche Frauen es lieben, vergöttert zu werden, besonders in der „Annäherungsphase“, manchmal auch „Phase der Verliebtheit“ genannt. Ich bin da jedenfalls keine Ausnahme.<span id="more-255"></span></p>
<p>Es gibt auch einige Betrachtungen, die das Verhältnis von Frau und Mann unter dem Aspekt Venus und Mars erklären wollen, und zum „typisch weiblichen“ Repertoire gehöre dann, dass Frau die Verhältnisse in der Verliebtheit möglichst in die Langzeitbeziehung herüberretten wolle.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Auch das ist mal wieder eine männliche Betrachtungsweise: Die Illusionen der Verliebtheit gibt zuerst der Mann auf, verfliegen bei Ihm zuerst. Frau erwacht aus ihrer Phantomliebe und erkennt sein wahres Wesen, nachdem er sich nicht mehr so ideal verhält wie zu Beginn, beispielsweise auf den regelmäßigen Blumenstrauß oder den gelegentlichen Diamantring als Geschenk verzichten zu können glaubt.</p>
<p>Bevor Ihr jetzt in Eurer Beziehungsgeschichte versinkt und in dieses jämmerliche „Ja, das kenn’ ich auch“ verfallt, lasst Euch gesagt sein, dass Ihr auf dem Holzweg seid, denn diese Betrachtungsweise ist eindimensional, und die Venus-Mars-Story ist eine Dreiecksgeschichte, in Wirklichkeit (wenn denn der Mythos eine Realität ist) also die Venus-Vulkanos-Mars-Geschichte.</p>
<p><em> </em></p>
<p><strong>Ovid, ars amatoria II, 561ff.</strong></p>
<p>Eine Geschichte erzählt man, die allen bekannt ist im Himmel:</p>
<p>Wie Mars und Venus gefasst wurden durch Mulcibers List.</p>
<p>Denn Vater Mars, ausser sich von rasender Liebe zu Venus,</p>
<p>Schrecklicher Feldherr zuvor, wurde zum Liebhaber nun.</p>
<p>Und als er bat, war Venus – sie ist ja die sanfteste Göttin –</p>
<p>Gegen Gradivus auch nicht schwierig und bäuerlich spröd.</p>
<p>O wie oft lachte sie frech – sagt man – über die Füsse des Gatten,</p>
<p>Über die Hand, welche hart war von der Kunst und der Glut.</p>
<p>Ahmte sie dann vor Mars’ Augen Vulcanus nach, stand ihr das herrlich,</p>
<p>Und sehr viel Grazie war mit ihrer Schönheit vereint.</p>
<p>Aber sie pflegten zuerst ihr Beilager klug zu verbergen,</p>
<p>Und noch voll schüchterner Scham war ihr Vergehen dabei.</p>
<p>Weil’s ihm der Sonnengott zutrug – wer könnte den Sonnengott täuschen? –,</p>
<p>Wurde Vulcanus das Tun seiner Gemahlin bekannt.</p>
<p>Was für ein schlechtes Beispiel, o Sonnengott! Bitte doch selber</p>
<p>Um ein Geschenk! Wenn du schweigst, hat sie auch Gaben für dich!</p>
<p>Rings um das Bett und darüber verteilt jetzt Mulciber Schlingen,</p>
<p>Unsichtbare; den Blick täuscht dieses kunstreiche Werk.</p>
<p>Dann gibt er vor, nach Lemnos zu reisen. Das Paar kommt zusammen,</p>
<p>Und in die Schlingen verstrickt liegen sie beide nackt da.</p>
<p>Nun ruft die Götter er her; die Gefangenen bieten ein Schauspiel.</p>
<p>Tränen mit Mühe nur hielt Venus, so glaubt man, zurück.</p>
<p>Nicht können sie die Gesichter bedecken und nicht vor die Teile,</p>
<p>Die man sonst offen nicht zeigt, legen die schützende Hand.</p>
<p>Da sagt einer und lacht: „Übertrage, tapferster Mavors,</p>
<p>Du deine Fesseln auf mich, sind sie dir selber zur Last.“</p>
<p>Kaum auf dein Bitten, Neptun, lässt Vulcan die gefangenen Leiber</p>
<p>Frei, und nach Paphos begibt sie sich, nach Thrakien Mars.</p>
<p>Da du nun dieses vollbracht hast, Vulcanus, tun künftig sie freier,</p>
<p>Was sie versteckten zuvor, und alle Scham ist dahin.</p>
<p>Oft freilich gibst du jetzt zu, dass du Narr etwas Dummes getan hast,</p>
<p>Und deine eigene Kunst, sagen sie, hast du bereut.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Das Mann-Frau – Verhältnis unter dem Aspekt „Mars-Venus“ zu interpretieren, impliziert die Betrachtung eines ehebrecherischen Verhältnisses; wir haben verdrängt, dass Mars und Venus eigentlich gar nicht zusammengehören.</p>
<p>„Vater Mars“ wäre ohne die Kunst des Waffenschmieds Vukanos sicherlich kein Kriegsgott, und die Art, wie Vulkanos Rache übt, finde ich sehr befremdlich. Während hier die beiden Ehebrecher im Netz gefangen ist, ist das Netzt ja eigentlich eine der Waffen der Frau, die, wenn sie auf Eroberungstour ist, danach trachtet, den Richtigen an die Angel oder in ihr Netz zu bekommen – symbolisch gesprochen. Hier sind Mars und Venus dem Vulkanos ins Netz gegangen, und er setzt sie der Beschämung durch alle anderen Götter aus; „alle Scham ist dahin“: Das mag glauben, wer mag.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Den Männern hat OVID mit dieser Episode eine Lektion erteilt: Der Sonnengott hätte von Venus eine „Gabe“ erpressen können und sollen. &#8220;Wissen ist Macht&#8221; &#8211; das gilt allerdings auch für die Frau von heute.</p>
<p>Vulkanos hätte besser nicht so genau hingeschaut und über das Geschehen hinweg. Sätze wie „die Scham ist vorüber“ gehen eigentlich auf ihn, der sein Ziel, die Gattin zu beschämen, nachhaltig verfehlt hat, zurück.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Allzu wörtlich kann ich das alles gar nicht nehmen. Der „lachende Dritte“, der Mars anbietet, dessen Fesseln zu übernehmen und der Spott zeigen an, dass es hier um den Gegensatz von Intimität und Öffentlichkeit geht; zur Schau gestellte Sexualität hat nichts intimes, aber den Gedanken daran hat es schon vor 2000 Jahren gegeben. Und noch heute gibt es die „Gattin“, die sich über ihren Gatten lustig macht, ihn parodiert und hinter seinem Rücken über ihn lästert. Welchen sittlichen Nährwert dieser Aspekt der Venus heute für uns Frauen haben soll – ich weiß es wirklich nicht.</p>
<p>Dass ich meinen Macker nicht bloßstellen und der Konkurrentin in ihre Arme treiben soll, wenn er mal auf Abwegen ist? Oder dass ich vor Verrätern auf der Hut sein soll?</p>
<p>Geschwätzige Verräterinnen sind schlimmer. Eine „Freundin“ hatte mal geglaubt, mich über einen Seitensprung meines Mackers informieren zu müssen – sie war merklich enttäuscht, als sie damit überhaupt kein Drama ausgelöst hatte, aber mir war eh klar, dass seine „Nebenbeziehung“ spätestens nach 91/2 Wochen vorbei sein würde. Und sie hatte sich solche Mühe gegeben, ein Drama zu sehen, mit ihrer Live-Reportage per Handy vom Betriebsfest. Ich betrachte so ein Verhalten als versuchte Beziehungsspalterei.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Aber, und das wird schnell vergessen, Venus ist auch in sich selbst verliebt. In der nächsten Folge gibt es zwei erotische Zeichnungen. Ich will nämlich, dass Ihr in Zukunft, immer wenn Ihr das Wort „Europapolitik“ hört, an geilen Sex denkt. Oder an das, was die Alten sich unter geilem Sex vorgestellt haben.</p>
<p>- Fortsetzung folgt -</p>
<p>— Hinweis: —</p>
<p><a href="http://gucknet.de/sample-page/das-erotische-buch-bei-gucknet/ovids-liebeskunst-fuer-frauen-interpretation-von-leilah"><img title="liebeskunst-fuer-frauen" src="http://gucknet.de/wp-content/uploads/2012/03/liebeskunst-fuer-frauen.jpg" alt="" width="600" height="200" /></a></p>
<p><a href="http://gucknet.de/sample-page/das-erotische-buch-bei-gucknet/ovids-liebeskunst-fuer-frauen-interpretation-von-leilah">Zur Übersicht: Die Liebeskunst für Frauen nach OVID in der Interpretation von Leilah</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Mars &amp; Venus, Sexuelle Phantasie  in Blau</title>
		<link>http://gucknet.de/ovid/mars-venus-sexuelle-phantasie-in-blau</link>
		<comments>http://gucknet.de/ovid/mars-venus-sexuelle-phantasie-in-blau#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 13 May 2012 10:17:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gucknet</dc:creator>
				<category><![CDATA[OVID]]></category>
		<category><![CDATA[Ehrbarkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Kompromissbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Mars]]></category>
		<category><![CDATA[Venus]]></category>

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		<description><![CDATA[Liebe Freundinnen, Ihr kennt sicherlich dieses Sonnenbrillen-Phänomen: Kurz, nachdem frau die Gläser aufsetzt, erscheint das Bild wie eingefärbt, nach einer Weile ist die Tönung vergessen und frau findet die Farben, die sie sieht, ganz normal. Botticelli muss gewusst haben, was <a class="more-link" href="http://gucknet.de/ovid/mars-venus-sexuelle-phantasie-in-blau">weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Freundinnen,</p>
<p>Ihr kennt sicherlich dieses Sonnenbrillen-Phänomen: Kurz, nachdem frau die Gläser aufsetzt, erscheint das Bild wie eingefärbt, nach einer Weile ist die Tönung vergessen und frau findet die Farben, die sie sieht, ganz normal.</p>
<p><a href="http://gucknet.de/wp-content/uploads/2012/05/venus-and-mars1.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-241" title="venus-and-mars(1)" src="http://gucknet.de/wp-content/uploads/2012/05/venus-and-mars1.jpg" alt="Venus und Mars, Botticelli" width="1466" height="600" /></a></p>
<p>Botticelli muss gewusst haben, was er damit ausdrücken wollte, als er die Farben so kalt und blass gewählt hat. <span id="more-240"></span>Vielleicht ist der Mann, der seine Rüstung und Lanze in die Hände der Teufelchen gibt, aber auch nur ein männliches Angst-Thema; eine Entsprechung, „Achill unter Jungfrauen“, hab’ ich in dem für die Männer „reservierten“ Teil der ARS gefunden. OVID bürstet dort die üblichen Rollenklischees ganz ordentlich gegen den Strich und betont, wie die Konventionen unser Denken, unser Vorstellungsvermögen bestimmen.<br />
Mars und Venus hat OVID gleich doppelt „besungen“, in den Metamorphosen und in der „Liebeskunst“ beschreibt er, wie die Beiden, gefangen unter Volkanos Netz, den Blicken und dem Gespött der übrigen Götter ausgesetzt sind. Botticelli setzt sie unseren Blicken und den Neckereien der Satyrn, die er dem Zeitgeist folgend hinzugefügt hat, aus.</p>
<blockquote><p>„The combination of the phallic lance and shell is a blatant metaphor of the sexual aspects inherent in the painting, and both objects are significantly turned against Mars to enhance Venus’ dominance.“  (<a href="http://omnparts.com/2010/07/29/david-bellingham-on-sandro-botticellis-venus-and-mars/">Bellingham, David o.J</a>.)</p></blockquote>
<p>Was soll’s, das Bild ist mehrdeutig. Mars hat seinen kleinen Tod gehabt und Venus ist hellwach, um eine Erfahrung reicher. Amüsiert wirkt sie jedenfalls nicht, aber so unbefleckt wie ihr Kleid, das gegenüber dem ent-rüsteten Mars schon eine passive Bewaffnung darstellt – sie lässt ihn nicht an sich heran und schaut an ihm vorbei, blickt über ihn hinweg. Während die gewöhnlich gewohnheitsmäßig Nackte sonst mit der Linken „schamhaft“ die Scham bedeckt, hat sie diese jetzt frei. Wozu wohl? Wozu ein Zauberstab (?) am Mittelfinger (bei Mars)? Das Bild ist mehrdeutig und falschfarben. Hat Venus ihre Hausaufgaben nicht gemacht?</p>
<p>„Nil nisi lascivi per me discuntur amores:“ „Lockerer Liebesgenuß nur lernt sich durch meine Belehrung“, „mutwillige Liebesspielen der liebenswerten Frau“ und „neckisches Spiel, nicht heroische Tugend gilt es zu lehren“. Die Übersetzer Lindemann, von Albrecht und Gleichen-Rußwurm legen ihre jeweilige Interpretation in den Text, wie die Maler die Venus unterschiedlich darstellen bis hin zur Angleichung an die christliche Maria.<br />
Das ist krass, aber offenkundig: Wer die tote Sprache nicht beherrscht, so wie ich, bekommt es nicht mit dem Originaltext, sondern mit Interpretationen, in die die Phantasien der Übersetzer längst mit eingeflossen sind, zu tun. Eine laszive Venus hat Botticelli allerdings gezeichnet, aber hatte das Wort damals die gleiche Bedeutung wie heute das Fremdwort?<br />
„Haarspaltereien“ werdet Ihr jetzt sagen und würdet vielleicht etwas aus Eurer Liebesspiel-Praxis und von Euren Erfahrungen erzählen, wenn wir nett zusammensäßen und Ihr nicht bloß meinen bescheidenen Text als one-way-communication hättet.</p>
<blockquote><p>„Nun drücke ich deine Brust an meine Brust, sie zu wärmen, und tue noch viele Dinge, die ein ehrbarer Mund verschweigen muss, die getan zu haben das Herz erfreut, worüber zu sprechen aber eine Schande wäre.“</p></blockquote>
<p>Das ist ein Zitat aus „Hero an Leander“ (Heroides, XIX, 63 ff.). Eine Art Briefroman, auch von OVID; die Stelle belegt immerhin, dass es seit eh und je nicht als fein und schicklich gilt, in die Details zu gehen – und: „Weh mir Armen! Das dauert nicht lange und ist keine wahre Lust, denn mit dem Schlafe pflegst du selbst zu entschwinden.“ Die ganze Zärtlichkeit der Liebenden, die vom Geliebten durch ein stürmisches Meer getrennt ist ein Traumbild, ein einziger, großer Wunsch.</p>
<p>Ich musste jetzt einfach das Beispiel irgend einer anderen Figur einschieben, weil mir dieser Venus-Kult auf den Geist geht. Da wird „Weiblichkeit“ in einer Weise dargestellt, die mit meiner Wirklichkeit nur peripher zu tun hat, und doch ist diese Gestalt omnipotent, erdrückend – ich würde sie nicht zur Freundin haben wollen. Heros Brief ist Phantasie in der Fiktion, real „nur“ als Literatur, und deshalb auch so schamhaft-„schicklich“.<br />
Aber was machen diese Figuren mit uns, was machen wir mit ihnen, wenn wir uns mit ihnen identifizieren oder sie hinterfragen, was machen wir dabei mit uns? Diese Darstellungen sind aus einer männlichen Perspektive entstanden, in der die Weiblichkeit nur als Projektion männlicher Wünsche erscheint, noch in der verqueren Darstellung des männlichen Verhaltensrepertoires. Die Rolle, die uns dabei zufällt, haben nicht wir selbst geschrieben, sie ist Abfallprodukt und unerreichbares, erdrückendes Ideal. Es ist nicht unsere Phantasie, den Mann mit vier Teufelchen gleichzeitig zu quälen, aber ein männliches Eingeständnis, dass er das für möglich hält und vielleicht sogar wünscht.<br />
Triebhaftigkeit, Desorientierung, wenig Rücksicht auf die Frau, Einflüsterungen und gefräßige Gier besiegen den Mann – kein Wunder, dass Venus etwas melancholisch aus der Wäsche schaut, bei diesem asynchronen „Liebesspiel“. Die sexuelle Erregung des Mars ist hier unter dem Nullpunkt, die der Venus vielleicht auf der zweiten von zehn Stufen. Wenn das Dominanz sein soll, kann ich auf Dominanz verzichten. Jedenfalls immer öfter.</p>
<p>Ich würde mich auf diese Szene nur in definierten Ausnahmefällen einlassen. Die „keusche“ Venus partizipiert nur wenig an seiner Lust, ist involviert und hält sich reserviert, was ja insofern ein Kompromiss ist, als sie vermutlich ihrem Volkanos die Treue versprochen hat, und Frau fühlt sich ihren Versprechen verpflichtet, sei das sinnvoll oder nicht.<br />
Die späte Venus vermeidet die Schmach, gemeinsam mit ihrem Liebhaber gefesselt, dem Spott der Götter, die sich allzu gern über allzu menschliches amüsieren, ausgesetzt zu sein. Einen Teil ihrer Sprödigkeit tauscht sie ein gegen ein gewisses voyeuristisches Vergnügen, die Bestätigung ihrer göttlichen, unerreichbaren Reize, ein gewisses Gefühl der Dominanz und – last not least – ein irgendwie kindliches Vergnügen am Spiel, am experimentieren, am unterhaltsamen Beisammensein. Sie hat den Spieß umgedreht, denn Trübsal ist ihr Ding jedenfalls nicht, und so kann ich mich doch wieder mit ihr vertöchtern. Und sicher gibt es auch noch explizites Material, um das Wesen der Venus zu illustrieren.</p>
<p>Weiterlesen:</p>
<h3><a href="http://gucknet.de/ovid/venus-mars-olympische-schamgefuhle-schamlosigkeiten">Venus &amp; Mars, Olympische Schamgefühle, Schamlosigkeiten</a></h3>
<p>— Hinweis:  —</p>
<p><a href="http://gucknet.de/sample-page/das-erotische-buch-bei-gucknet/ovids-liebeskunst-fuer-frauen-interpretation-von-leilah"><img title="liebeskunst-fuer-frauen" src="http://gucknet.de/wp-content/uploads/2012/03/liebeskunst-fuer-frauen.jpg" alt="" width="600" height="200" /></a></p>
<p><a href="http://gucknet.de/sample-page/das-erotische-buch-bei-gucknet/ovids-liebeskunst-fuer-frauen-interpretation-von-leilah">Zur Übersicht: Die Liebeskunst für Frauen nach OVID in der Interpretation von Leilah</a></p>
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